Der passionierte Segler und Ingenieur John Kellett ärgerte sich früher immer wieder über den Müll, der im Hafenbecken der US-Stadt Baltimore schwamm. Nach einiger Zeit begann er daher selbst nach einer Lösung zu suchen und experimentierte mit einem schwimmenden Wasserrad, das den Müll aus dem Hafenbecken befördern sollte. Die ersten Ergebnisse waren vielversprechend, aber noch nicht vollständig ausgereift. Unterstützung bekam er dann von der Organisation „Water Partnership of Baltimore“. Gemeinsam entwickelten sie ein erstes tatsächlich funktionierendes schwimmendes Wasserrad namens „Mr. Trash Wheel“. Dieser zieht nun seit einigen Jahren im Hafen von Baltimore seine Bahnen und sammelt von alten Zigarettenkippen bis hin zu Glasflaschen und Plastiktüten alles ein, was im Wasser schwimmt.


© The Waterfront Partnership

Mehr als 300.000 Plastiktüten wurden eingesammelt

Mr. Trash Wheel, der über einen eigenen Twitter-Account verfügt, war dabei so erfolgreich, dass inzwischen ein zweiter schwimmender Müllschlucker zum Einsatz kommt. Das weibliche Pendant zu Mr. Trash Wheel trägt dabei den Namen Professor Trash Wheel. Gemeinsam haben die beiden inzwischen mehr als eine Tonne an Müll aus den trüben Hafengewässern gefischt. Darunter befanden sich den Angaben der Betreiber zufolge unter anderem 300.000 Plastiktüten, sechstausend Glasflaschen und neun Millionen Zigarettenstummel. Diese werden in der Regel nicht direkt ins Wasser geworfen, sondern durch den Regen von den Straßen in das Hafenbecken gespült. Die Stadtverwaltung will in Zukunft noch weitere schwimmende Müllschlucker einsetzen und so dafür sorgen, dass ab dem Jahr 2020 im Hafenwasser wieder gefahrlos geschwommen werden kann.

Weitere Einsatzmöglichkeiten werden ausgelotet

Mr. Trash Wheel und Professor Trash Wheel haben dabei den Vorteil, dass sie selbst keine Klimaemissionen verursachen. Denn der Antrieb wird durch integrierte Solarmodule sichergestellt. Das Wasserrad wird zudem logischerweise durch das Wasser im Hafen in Gang gesetzt. Erfinder John Kellet hat neben Baltimore bereits einige weitere Häfen und Buchten im Blick, die dringend vom Müll befreit werden müssten. Das bekannteste Beispiel ist dabei die Bucht von Rio de Janeiro, deren Müllverschmutzung insbesondere während der Olympischen Spiele im vergangenen Jahr immer wieder Thema war.


Via: Inhabitat

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