Da der Staat in Deutschland ja allen Bürgern aufs Sparbuch schauen kann haben nicht wenige vermögende Deutsche ihr Geld in Österreich auf einer Bank. Entweder in einer Stiftung geparkt oder auf einem Privatkonto. Speziell Banken im Kleinwalsertal haben hier einen ganz besonderen Ruf. Doch was ist, wenn man sein Geld aus Österreich wieder nach Deutschland bringen möchte ohne dabei vom deutschen Fiskus entdeckt zu werden? Überweisen geht da schon mal nicht. Bleibt also nur noch sich sein Vermögen als Bargeld auszahlen zu lassen und zurück nach Deutschland zu bringen. Hier gibt es jedoch wieder eine Hürde – man darf nämlich „nur“ 10.000 Euro nach Deutschland einführen aus Österreich, ohne dies deklarieren zu müssen. Wird man dennoch erwischt folgen hohe Strafen und es wird garantiert genauer nachgeforscht.


wiener-philharmoniker

Findige Deutsche (bzw. österreichische Banken) haben hier jedoch eine neue Lücke entdeckt, wie man viel mehr Bargeld als bisher nach Deutschland schmuggeln kann ohne dabei formal das Gesetz zu brechen – Den lieben Wiener Philharmoniker. Die Silbermünzen haben einen Nennwert von 1,50 Euro, kosten jedoch abhängig vom Silberpreis zwischen 9 und 15 Euros. Somit kann man mit einem Nennwert von 10.000 Euro tatsächlich Bargeld im Wert von 100.000 Euro nach Deutschland schmuggeln ohne es deklarieren zu müssen. Allerdings sollte man schon ein Auto mit großer Traglast wählen, wenn man mit über 6.600 Münzen von Österreich nach Deutschland im Auto fahren möchte.


Ich hab mich dann als nächstes nur noch gewundert, was die Deutschen dann mit ihren Wiener Philharmoniker Münzen machen, nachdem sie sie über die Grenze gebracht haben. Doch die Antwort lag näher als gedacht – Anscheinend verscherbeln einige Händler professionell die Silbermünzen aus Österreich über eBay, wie eine Suchabfrage nach „Philharmoniker Münzen“ gezeigt hat – und zwar in auffallend hohen Stückzahlen.

Bin mal gespannt wie lange dieser Trick noch funktioniert, bis den deutschen Steuerfahndern ein Trick einfällt dies zu unterbinden…

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

4 Kommentare

  1. Eulenspiegel

    2. Juli 2009 at 19:29

    Von Peter Boehringer, Deutsche Edelmetall Gesellschaft e.V., 2. Juli 2009

    Das „Nachrichtenmagazin“ Der SPIEGEL und andere Medien unterstellen derzeit Silbermünzenhaltern kollektiv Steuerhinterziehung und Schwarzgeldbesitz.

    In langen Artikeln berichtet der Mainstream, wie einfach es ist, mit Silbermünzen angeblich mühelos die Grenzen zu überschreiten, vorbei an Bargeldkontrollen und sicher vor den Bargeldspürhunden der Sondereinsatztruppe des Zolls. Doch die Sensationsartikel entbehren jeder Grundlage, sind schlichtweg falsch.

    SPIEGEL: „Mit 110.000 Euro legal über die Grenze“ —>www.spiegel.de.
    BILD: „Steuerflüchtige entdecken Österreichische Silbermünze“ —>www.bild.de
    FTD: „Österreich macht Geldwäsche leicht“ —>www.ftd.de
    Kurier: „Mit 200 kg Silber legal über die Grenze. Anleger haben den Silber-Philharmoniker als Schmuggelware entdeckt.“ —>www.kurier.at

    Hinter der Pressekampagne steckt offenbar die Zielrichtung, den Gold- und Silberbesitzer per se in die Nähe des Illegalen zu rücken. Botschaft: Wer Silbermünzen besitzt, besitzt Schwarzgeld.

    Die Lage am physischen Gold- und Silbermarkt muss sehr angespannt sein und die Preisdrücker zunehmend verzweifelt. Kein Argument ist daher zu dümmlich, um nicht doch gegen GoldSilber verwendet zu werden.

    Die einzige Möglichkeit, der konzertierten Flut an Unterstellungen und Falschmeldungen in diesen Artikeln zu begegnen, ist eine kommentierte Dokumentation:

    SPIEGEL: „Eine neue Silbermünze aus Österreich ist der Geheimtipp bei deutschen Anlegern: Mit ihr lassen sich große Mengen Schwarzgeld über die Grenze schaffen – der Zoll muss tatenlos zusehen. … Genau diese Differenz zwischen Nennwert [1,50 EUR] und Marktpreis [ca. 13 EUR] macht die Münze im internationalen Geldverkehr zu einem hochinteressanten Objekt. Sie hebelt auf verblüffende Weise die bundesdeutschen Einfuhrbestimmungen für Bargeld aus. Wer von Österreich nach Deutschland reist, darf 10.000 Euro bei sich tragen, ohne dass er die Barschaft im Fall einer Kontrolle durch Zollfahnder deklarieren muss. Ergo kann jeder mehr als 6000 Philharmoniker-Münzen über die Grenze schaffen, ohne dass ihm sofort Steinbrücks Truppen ins Gehege kommen – mithin pro Einreise über 110.000 Euro aus seinen verborgenen Schätzen in Österreich heimholen.“

    Diese Kernthese von SPON hätte nie entstehen können, wenn die Autorin auch nur einen Blick ins geltende Zollrecht http://www.zoll.de geworfen hätte, ersatzweise hätte sie auch ein freundlicher Kontakt beim BMF oder beim Zoll darauf aufmerksam machen können:
    „Was versteht man unter Bargeld und gleichgestellten Zahlungsmitteln, die [ab dem Schwellenwert von 10.000 EUR] auf Verlangen angezeigt werden müssen?

    Anzeigepflichtig ist Bargeld in Form von Banknoten und Münzen, …. Dem Bargeld gleichgestellte anzeigepflichtige Zahlungsmittel sind Wertpapiere (z.B. Aktien, Schuldverschreibungen, Schecks, Zahlungsanweisungen, Wechsel und fällige Zinsscheine), Edelmetalle und Edelsteine.

    Wie erfolgt die Berechnung des Schwellenwertes?

    Bargeld in ausländischen Währungen wird zum jeweils gültigen Geldkurs in Euro umgerechnet. Bei gleichgestellten Zahlungsmitteln ist der aktuelle Wert (z.B. bei Gold [u. Silber] der Börsenwert und Aktien der aktuelle Rücknahmekurs) zugrunde zu legen. Reisende müssen im Handgepäck und im aufgegebenen Reisegepäck mitgeführtes Bargeld und gleichgestellte Zahlungsmittel anmelden, wenn der Gesamtwert 10.000 Euro oder mehr beträgt.“

    Also: „Bei Silber der Börsenwert.“ (=Verkehrswert), denn der Philharmoniker ist in Deutschland kein gesetzliches Zahlungsmittel – und damit keine „Bargeldmünze“, bei der der Nominalwert von 1,50 Euro relevant wäre.

    Je nach Wertansatz beträgt dieser derzeit ca. 13 Euro pro Silber-Philharmoniker. Deklarationsfrei könnte ein (etwas beschränkter, dazu unten mehr) „Steuerflüchtling“ somit 10.000 / 13 = ca. 770 Münzen legal nach Deutschland einführen – und eben nicht „6000“, wie Frau Neumann vom Spiegel meint schreiben zu müssen. Nach dieser einfachen Recherche wäre der gesamte folgende Artikel obsolet gewesen. Ebenso alle anderen genannten Artikel, die die faktisch falsche Grundthese ebenso wie die weiteren Unterstellungen einfach übernehmen!

    FTD: „Wien sah sich gezwungen, das Bankgeheimnis zu lockern.“; BILD: „Viele sind auf diesen Schwarzgeld-Trick gekommen.“

    Diese interessanten Anmerkungen der FTD und der BILD haben keinerlei Themen- bzw. Realitätsbezug. Der aufgezeigte „Schmuggelweg“ ist wie gesagt keiner. Zudem verwahren wir uns gegen den Generalverdacht, alle Münzsammler und -anleger würden die Käufe aus Schwarzgeld bestreiten! Edelmetall-Anleger sind in aller Regel Menschen aus allen Schichten mit einer sensiblen Antenne für Inflation und Geldverschlechterung durch den Staat und die Banken. In Zeiten Billionen-schwerer Bankenrettungen fällt diese Sorge wohl kaum noch unter „Paranoia“, und physische Edelmetall-Käufe sind absolut rationales und völlig legales Handeln!

    Zudem wäre sogar ein echter Steuerflüchtling mit Schwarzgeld in Österreich ein wirtschaftlich SEHR beschränkter Mensch, würde er AUSGERECHNET den von Frau-SPON-Neumann „entdeckten“ Weg gehen wollen: Beim Kauf eines Silber-Philharmonikers fallen nämlich zunächst einmal ganz erhebliche Kosten bzw. Aufgelder an.

    Zum Einen derzeit etwa 21% (!!) Aufpreis auf den Spotpreis für Silber. Und ZUSÄTZLICH auch noch 20% österreichische Mehrwertsteuer! Wer DAS ernsthaft in riesigen Euro-Beträgen tut, der reduziert sein „schwer verdientes Schwarzgeld“ gleich einmal um 40%, noch BEVOR er überhaupt an der Grenze bei Passau ankommt!

    Immerhin aber könnte sich dieser DASK (Dümmste anzunehmende Silberkäufer) die Differenz zur DEUTSCHEN MWSt auf Silber-Philharmoniker (7%) vom österreichischen Zoll sogar ERSTATTEN LASSEN !

    Alleine diese banalen Rechenbeispiele zeigen die BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE Absurdität des von mindestens drei renommierten Zeitungen abgeschriebenen Vorgehens auf! Wer als Schwarzgeldbesitzer in Silber-Philis investieren will, wird dies nicht AUSGERECHNET via ÖSTERREICH tun!

    Weiter im Text (FTD): „Schätzungsweise 50 Mrd EUR haben Deutsche in Österreich deponiert.“

    Was hier nicht wieder alles unterstellt, insinuiert und suggeriert wird: Die GESAMTE Auflage des Silber-Philharmonikers, den es erst seit 2008 überhaupt gibt, wird per Jahresende 2009 bei ca. 20m Stück oder eben ca. 250m EUR liegen.

    Große und renommierte Adressen kaufen große Tranchen davon – und das ist garantiert kein Schwarzgeld. Viele deutsche Kunden lassen sich die Ware direkt oder via Handelshäusern offiziell und legal und „verzollt“ nach D liefern. Selbst wenn man bei den verbleibenden echten Retail-Kunden in Wien ABSURDE 50% an „Schwarzgeld-Käufern mit Schmuggelabsicht nach Deutschland“ unterstellen wollte, bliebe von der Gesamtauflage dafür noch nicht einmal EINE Million Stück übrig (also max. 13m EUR). Wenn Steinbrück da mal bei angenommenen „50 Mrd Schwarzgeld in Österreich“ also SONST keine Sorgen hat.

    Hinzu kommt noch, dass die Silber-Philis schon seit der Eskalation der Finanzkrise im Sommer 2008 praktisch nur noch kontingentiert verkauft werden, wenn sie denn überhaupt zu bekommen waren. Die von Frau Neumann suggerierten „6000“-Münzen-Schmuggel-Fälle, die nach SPON geradezu Volkssport und Massenphänomen sein sollen, sind einfach nur lächerlich!

    Weiter im Text (SPIEGEL): „Doch in Österreich habe sich der Philharmoniker bereits ‚zum absoluten Renner‘ entwickelt, … vor allem Deutsche griffen gern zu. So auch ein Unternehmer aus dem Raum München, dem der raffinierte kleine Grenzverkehr von Freunden aus dem Yachtclub verraten wurde. Seither macht der Münztrick unter vermögenden Bayern, die verborgene Schätze im Nachbarland gebunkert haben, die Runde. “

    Das ist Kampfrhetorik und Kollektivverdacht vom Feinsten mit klarer Zielgruppeneingrenzung! Göbbels hätte ähnlich formuliert: „Deutsche, kauft nicht bei der Münze Wien!“
    Auf DIESER dünnen bzw. schlichtweg FEHLENDEN Faktenlage mit SO viel Schaum vor dem Mund zu schreiben, dazu gehört schon eine Menge Chuzpe. Und bei den Abschreibern der BILD und der FTD ebenso. Oder wenigstens eine Menge Faktenresistenz, Inkompetenz und Ignoranz.

    Und warum regen WIR uns über die eigentlich uralte und bekannte Anti-GoldSilber-Propaganda des Mainstreams so auf? Ganz einfach: Die kritischen Bürger mit von der political correctness noch unverbildetem Geist, die noch selbstständig über den Wahnsinn unseres Geldsystems nachdenken, sind die direkte Zielgruppe dieser beginnenden Propagandaschlacht. Wer sich als Edelmetall-Käufer oder -Händler heute nicht gegen Schwarzgeld-Geblubber wehrt, gegen den wird sehr bald schon die ganze Palette der pauschalen Kriminalisierung aufgefahren. Steinbrück und die Medien sind da sehr geübt. Und dieses Land wird nach der Bundestagswahl eine MENGE an Sündenböcken für die dann offen ausbrechende Verarmungskrise benötigen.

    Wer DIESEN perfiden Anfängen nicht wehrt, der wird als Silbermünzenhalter bald mit Drogenhandel und Prostitution in Verbindung gebracht. Und am Ende heißt es dann auf der Straße „Aha, sie haben Silbermünzen – sie unterstützen also Kinder-Prostitution!“.

    Der darauf folgende Schritt ist das Goldverbot. Die zunehmend totalitären und bankrotten Staaten der Welt lechzen nur nach einem Vorwand. Schließlich sind Edelmetalle die natürlichen Antipoden des Papiergelds.

    Wenn wir dem Staat und seinen Bütteln in den Mainstream-Medien verbal erfolgreich contra geben, dann wird am Ende KEIN Goldverbot stehen. Mahatma Gandhi hatte eine positivere Vision vom möglichen Ausgang:

    1. First they ignore you.
    2. Then they laugh at you.
    3. Then they fight you.
    4. Then you win.

    Der GoldSilber-Markt ist nun in Phase 3 dieser Weisheit von Gandhi angekommen. Im konkreten Fall dieser offenbar konzertierten Medien-Aktion kann man sich höchstens noch fragen, ob neben der offensichtlichen Absicht, ein Gold(verkaufs)verbot vorzubereiten, im Mainstream nicht doch einfach nur inkompetent abgeschrieben wird. Jeder von Jedem.

    Positive Ausnahmen gibt es unter den Wirtschafts-Redakteuren, und nicht alle großen Blätter haben heute mitgemacht. Die sollten hier nun dringend tätig werden und die wichtige Rolle hervorheben, die Gold sowohl für die Altersvorsorge breiter Bevölkerungsschichten als auch in künftigen gedeckten Währungssystemen spielen kann.

    Der SPIEGEL und andere machen sich mitschuldig an der Verarmung ganzer Rentnergenerationen, die über Lebensversicherungen und andere Papiersparanlagen via Inflation oder per Währungsschnitt verarmen werden.

    Wir fordern von den vier Kampagnenführern im Mainstream glasklare und prominent plazierte Gegendarstellungen ein.

  2. ausgelacht

    2. Juli 2009 at 21:21

    Tja, dumm gelaufen, das war dann wohl ne Ente.
    Eventuell nicht alles vom Spiegel abschreiben!

    Ausgelacht

  3. Silber-Philharmoniker.de

    28. September 2009 at 18:51

    Wenn nicht noch etwas neues kommt, war das wirklich die ENTE DES JAHRES, entweder gar nicht oder grottenschlecht recherchiert von Spiegel Online, – hier scheint man auf einen Journalisten hereingefallen zu sein, der diese Bezeichnung zu Unrecht trägt.

  4. Thomas Schührer

    11. Mai 2010 at 22:22

    Dieser Bericht ist köstlich. Noch nie wurde etwas Dümmeres geschrieben.
    Schmuggel? Der Philharmoniker richtet sich nach dem Silberpreis. Nicht nach dem was drauf gedruckt ist, oder kostet ein goldenes 20 Mark Stück heute 10 Euro? In Deutschland beträgt die Mehrwertsteuer auf Silbermünzen 7% in Österreich 20%. Der Steuersünder macht also bei seinem Schmuggelgeschäft schon beim Kauf einen Verlust von 13%.
    Einfach nur peinlich, Inkompetenz dieser Schreiberlinge.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.