Baseball: Wie die Boston Red Sox sich mit der Apple Watch einen illegalen Vorteil verschafften

Die Apple Watch wurde von Beginn an auch als nützlicher Helfer beim Sport vermarktet. Der Konzern hätte sich aber wohl nicht vorstellen können, dass die smarte Uhr eines Tages mal für einen handfesten Skandal in der US-Baseballliga MLB sorgen würde. Dort haben die New York Yankees nun allerdings eine offizielle Beschwerde eingereicht. Der Vorwurf: Die Boston Red Sox nutzen die Apple Watch illegalerweise, um die geheimen Handzeichen der gegnerischen Spieler zu entschlüsseln. Ein Beweisvideo dafür gibt es auch. Dort ist zu sehen, wie ein Trainer der Red Sox Informationen von seiner Uhr abliest und diese an andere Spieler im Bankbereich weitergibt. Von dort aus wurden dann auch die Spieler auf dem Feld informiert.

Technische Hilfsmittel sind explizit verboten

Baseballspieler derselben Mannschaft verständigen sich über geheime Handzeichen, um dem Gegner möglichst wenig Informationen zu geben. Ähnliches kennt man in Europa beispielsweise von professionellen Volleyball-Teams. Praktisch seit Erfindung des Baseballs wird daher auch versucht, die gegnerischen Zeichen auszuspionieren. Grundsätzlich ist dies auch nicht verboten – es dürfen allerdings keine technischen Hilfsmittel verwendet werden. Der Einsatz einer Apple Watch verstößt somit recht eindeutig gegen das Regelwerk. Genauere Details darüber wie die gewünschten Informationen auf die intelligente Uhr kamen, sind bisher noch nicht bekannt. Der Trick scheint aber durchaus erfolgreich zu sein: Die Red Sox liegen auf Platz eins in der „American League East“ und gelten als sicheres Playoff-Team.

Bisher wurde noch nie eine Strafe für solch einen Verstoß verhängt

Unklar ist noch, wie die Liga auf den Betrug reagieren wird. In der Vergangenheit gab es immer mal wieder ähnliche Anschuldigungen. So wurde den New York Mets 1997 vorgeworfen, in ihrem Stadion spezielle Kameras installiert zu haben, die keinen anderen Zweck hatten, als die Handzeichen der Gegner zu erfassen. Etwas weniger technisch sollen die Philadelphia Phillies vor sechs Jahren vorgegangen sein: Ihnen wurde der Einsatz von Ferngläsern vorgeworfen. In beiden Fällen kam es aber nicht zu einer Strafe durch die Liga – auch weil nicht nachgewiesen werden konnte, dass durch die Verstöße tatsächlich ein Spiel beeinflusst wurde. Die Liga hat allerdings angekündigt, den Fall der Red Sox genauer unter die Lupe nehmen zu wollen.

Via: The New York Times