Das Weidentipi im Garten wird bald schon jede Menge großer Geschwister bekommen! In Stuttgart planen interdisziplinäre Teams jetzt botanische Bauwerke, die an verschiedenen Orten der Welt gebaut werden: Brücken, Pavillons und 3-D-Parks aus Bäumen und Sträuchern erfüllen nicht nur nützliche Funktionen, sie erfreuen auch das Herz.


baubotanik
Baubotanik am Ruhestetter Ried / Foto: Screenshot aus Youtube-Video

Ein stetiger Zyklus aus Wachsen und Rückschnitt

Mit Pflanzen zu bauen ist natürlich keine neue Idee, für unsere frühesten Vorfahren gehörte dies noch zum Alltag. Auch moderne Kinder bauen sich im Wald gern eine Hütte aus Ästen und Laub, doch um tragfähige Brücken und weiträumige Pavillons zu erstellen, braucht es ein wenig mehr Know-how. Das »Institut Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen« (IGMA) als Institution der Universität Stuttgart beschäftigt sich aktuell nicht nur rein theoretisch, sondern ganz praktisch mit diesem Thema. Das Architektenbüro Bureau Baubotanik setzt die dort geplanten Projekte fleißig in die Tat um, wie zum Beispiel die beiden natürlichen Aussichtsplattformen und der Hochsteg an der Lippe bei Olfen.

Alle Bauwerke lassen sich von Anfang an nutzen, denn sie besitzen eine Tragekonstruktion aus Stahl, die mit der Zeit komplett überwuchert wird. Eine schlussendliche Form werden solche Gebäude niemals einnehmen, sie folgen einem stetigen Zyklus aus Wachsen und Rückschnitt, lassen sich von menschlicher Hand formen, folgen aber auch den ihnen innewohnenden Drang, auf ganz eigene Weise zu wachsen.


Drohnenflug über ein lebendiges grünes Gebäude

Botanische Architektur als lebendiger Prozess

Die botanischen Bauwerke werden nur so lange gestützt, wie es nötig ist, danach sollen sie komplett selbsttragend sein. Den Erbauern geht es nicht ums reine Fertigstellen, sondern um einen Prozess, den das architektonische Werk mit den Jahren durchläuft und der erst irgendwann in ferner Zukunft mit dem Absterben der beteiligten Pflanzen beendet ist. An der Erstellung sind sowohl Architekten als auch Ingenieure beteiligt, Geistes- und Naturwissenschaftler bringen ihr Wissen mit ein und geben Informationen für alle Interessierten heraus. In Zukunft sollen ganze 3-D-Parks und große Chalets entstehen, auch zur Mehrung des Umweltbewusstseins ihrer Besucher. Ein altes Casino in Rio de Janeiro erhält aktuell ein ganz neues botanisches Gesicht; es soll zum sozialen Treffpunkt werden.

Quelle: bureau-baubotanik.de

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