Bei indischen Handys wird der Panik-Button Pflicht

Mit mehr als einer Milliarde Handybesitzern ist Indien der weltweit zweitgrößte Markt für Mobiltelefone. Bisher wurden dort dabei weitgehend die selben Handys und Smartphones verkauft wie im Rest der Welt auch. Doch die indische Regierung sorgt nun für eine Besonderheit: Ab dem nächsten Jahr muss dort jedes verkaufte Handy und Smartphone über einen integrierten Notfall-Button und einen GPS-Sender verfügen. Wird diese Panik-Funktion dann aktiviert, entsteht automatisch eine Verbindung zu einer Notfallzentrale. Diese kann dann den Anruf entgegennehmen und gegebenenfalls Hilfsmaßnahmen einleiten. Das GPS-Signal hilft dabei im Zweifel, den Standort der Anruferin zu ermitteln. Die Maßnahme ist dabei Teil einer Initiative der indischen Regierung, Verbrechen an Frauen zu bekämpfen.

Auch Samsung Smartphones werden zukünftig einen Panik-Button integrieren müssen.

Uber hat bereits seit längerem einen Panik-Button in der App integriert

Die indische Regierung gibt dabei auch exakt vor wie der Panik-Button zu aktivieren ist: Bei einem klassischen Handy muss entweder die Taste 3 oder die Taste 9 länger gedrückt werden. Moderne Smartphones hingegen aktivieren den Panik-Button, sobald die Powertaste dreimal gedrückt wird. Weitere Details wurden bisher allerdings noch nicht bekannt gegeben. Der private Taxidienst Uber hat allerdings seit einiger Zeit bereits einen ähnlichen Dienst in seine App integriert. Nachdem einer der Fahrer des Unternehmens dort einen weiblichen Fahrgast vergewaltigte, reagierte das Unternehmen mit der Einrichtung einer eigenen 24-Stunden-Notrufzentrale. Diese kann erreicht werden, indem in der App ein entsprechender Button gedrückt wird.

Der Druck auf die Regierung hat zuletzt wieder stark zugenommen

Indien hat in den letzten Jahren die Strafen für Vergewaltigungen und ähnliche Verbrechen verschärft, konnte das Problem damit aber nicht vollständig beheben. Im Gegenteil: Die Zahl der Vergewaltigungen nahm im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr sogar um neun Prozent zu. Einzelhändler berichten daher bereits seit längerem davon, dass die Verkaufszahlen von Geräten zur Selbstverteidigung – vom Pfefferspray bis hin zum Schlagring – massiv angestiegen sind. Parallel dazu stieg der Druck auf die Regierung, das Problem endlich zu lösen. Der verpflichtende Panik-Button kann dabei ein Teil der Lösung sein – allerdings nur, wenn die Sicherheitskräfte auf einen Hilferuf dann auch adäquat reagieren.

Via: Newsweek