Auch Nordkorea ist beim Weltklimagipfel in Paris mit einer Delegation vertreten. Diese hat bereits angekündigt, dass das kommunistische Land seine Treibhausemissionen im Vergleich zum Referenzjahr 1990 um 37,4 Prozent verringern möchte. Dies ist aber ein eher theoretischer Beitrag. Denn nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist die nordkoreanische Industrieproduktion in den 1990er Jahren ohnehin massiv zurückgegangen. Deutlich interessanter könnte nun aber eine andere Ankündigung der nordkoreanischen Delegation sein. Demnach plant das Land ein groß angelegtes Programm zur Wiederaufforstung. Dies ist von Bedeutung, weil Wälder wie eine Art riesiger CO2-Speicher wirken und somit verhindern, dass schädliche Klimagase in die Erdatmosphäre gelangen.


Foto:  , North Korea — Pyongyang, (stephan), Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: , North Korea — Pyongyang, (stephan), Flickr, CC BY-SA 2.0

Entwaldung führte zu fatalen Überschwemmungen

Nordkorea verfügte ursprünglich durchaus über große Waldgebiete. Während der Wirtschaftskrise nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden diese aber zu einem erheblichen Teil gerodet. Dies geschah nicht von staatlicher Seite aus, sondern weil Privatleute Feuerholz als Energiequelle benötigten. Später hatte dies dramatische Folgen. Denn ohne verwurzelte Bäume, wurden die Böden einfach weggewaschen und konnten so keine Regenfälle mehr aufnehmen. Letztlich entstanden so heftige Überschwemmungen, die zahlreiche Menschenleben kosteten. Das Wiederaufforstungsprogramm dient also nicht nur dem Klimaschutz, sondern hat auch für die Menschen vor Ort einen ganz praktischen Nutzen.

Außenminister spricht von einem „War on Deforestation“

Der nordkoreanische Außenminister Ri Su Yong sprach daher in Paris von einem Zehnjahresprogramm zur Wiederaufforstung des Landes. An dessen Ende sollen die Hügel des Landes wieder von Bäumen bewachsen sein. In der immer etwas martialischen Sprache Nordkoreas wurde dies dann sogar zu einem „War on Deforestation“ erklärt. Pläne zur Wiederaufforstung des Landes gibt es dabei schon seit Ende der 1990er Jahre. Seit der Machtübernahme Kim Jong-uns scheint das Projekt nun auch ernsthaft verfolgt zu werden. Es bleibt allerdings abzuwarten, inwieweit das Land tatsächlich in der Lage ist, den Worten auch Taten folgen zu lassen.


Via: Digitaljournal

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