Der Campus Mitte und der Campus Virchow-Klinikum der Charité sind sehr weitläufig, bisher aber noch nicht mit einem geeigneten Transportmittel versehen. Dies soll sich zukünftig ändern: In Kooperation mit den Berliner Verkehrsbetrieben BVG sollen ab Frühjahr vier autonom fahrende Elektrobusse für potentielle Fahrgäste zur Verfügung stehen. Diese können allerdings nicht zu jedem beliebigen Standort gerufen werden, sondern fahren in regelmäßigen Abständen sieben bis neun Haltestellen mit Geschwindigkeiten von bis zu zwanzig Stundenkilometern an. Zu Beginn soll zudem noch ein Mitarbeiter an Bord sein, der den Fahrgästen die Funktionsweise des Busses erläutert. Später wird der Betrieb dann nur noch von einer zentralen Leitstelle überwacht. Die Mitarbeiter dort können die Fahrt aber nicht steuern, sondern den Bus lediglich stoppen.


Diese Busse können ab dem Frühjahr von allen Besuchern genutzt werden. Copyright: Charité/ Peitz

Fahrzeuge mit Blaulicht werden noch nicht richtig erkannt

Die beiden Charité-Gelände eignen sich gut für ein solches Testprojekt, weil es sich aus rechtlicher Sicht um Privatgelände handelt. Die gesetzlichen Hürden sind also etwas niedriger. Auf der anderen Seite ist die Verkehrsinfrastruktur dort aber vollständig ausgebaut. Der Einsatz im Verkehrsalltag lässt sich also sehr gut simulieren. Eine besondere Schwierigkeit kommt allerdings noch hinzu: Die zahlreichen Fahrzeuge mit Blaulicht. Diese haben natürlich stets Vorfahrt, was für die autonomen Busse bisher aber noch nicht ersichtlich ist. In diesem Punkt müssen sich die Hersteller Navya und Easy Mile – beide liefern jeweils zwei Fahrzeuge – also noch etwas einfallen lassen, um Zusammenstöße zu vermeiden und die Fahrt der Rettungswagen nicht zu behindern.

Es sollen Erfahrungswerte über den Einsatz autonomer Busse gesammelt werden

Ganz billig ist der Einsatz der Busse zudem nicht. So kostet das Modell EZ-10 von Easy Mile rund 220.000 Euro – wobei rund die Hälfte auf die Technik für den Elektroantrieb und das autonome Fahren entfällt. Bereits vor einiger Zeit hatte die BVG zudem angekündigt, mit den Hamburger Verkehrsbetrieben eine Einkaufsgemeinschaft zu bilden, um gemeinsam Elektrobusse anzuschaffen. Im Bereich des autonomen Fahrens sollen hingegen zunächst noch Erfahrungswerte gewonnen werden. Neben technischen Aspekten spielt dabei beispielsweise auch die Frage eine Rolle, wie vor allem ältere Menschen auf einen Bus ohne Fahrer reagieren. Langfristig könnten die autonomen Busse dann auf wenig ausgelasteten Strecken zum Einsatz kommen.


Via: Charite

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1 Kommentar

  1. Claus

    2. August 2017 at 12:38

    Die Hamburger Verkehrsbetriebe gibt es nicht. Die BVG hat eine Kooperationsvereinbarung mit der Hamburger Hochbahn AG geschlossen.

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