In den vergangenen Jahren hat der Philanthrop Bill Gates einen beträchtlichen Teil seines Vermögen und seiner Energie darauf verwendet, einige der größten Probleme unserer Zeit anzugehen. Die Stiftung, die er mit seiner Frau Melinda betreibt, kümmert sich vorrangig um Gesundheitsvorsorge und Bildung, besonders für die ärmsten Menschen des Planeten. Aber auch das Thema Energie und der Kampf gegen die Erderwärmung liegt Gates am Herzen. Mindestens 2 Milliarden Dollar hat die Bill & Melinda Gates Foundation in die Entwicklung von neuen Methoden zur Energiegewinnung gesteckt, und die Eheleute wirken vehement auf die Regierung der Vereinigten Staaten ein, das Forschungsbudget in diesem Bereich zu erweitern. In einem Interview mit The Atlantic hat Gates sich ausführlich zum Thema Energie und Erderwärmung geäußert.


Foto:  Bill Gates - OnInnovation.com Interview, Flickr, OnInnovation, CC BY-SA 2.0
Foto: Bill Gates – OnInnovation.com Interview, Flickr, OnInnovation, CC BY-SA 2.0

Keine Initiative durch den privaten Sektor

Bill Gates Wort hat Gewicht. Schließlich steht hinter diesem Mann immer noch eines der größten Privatvermögen der Welt, und Gates setzt dieses im Rahmen der Stiftung, die er mit seiner Frau unterhält, auch noch zum Gewinn der Gesellschaft ein. Mit dem Journalisten von The Atlantic sprach Gates über seine Sicht auf die globale Energiepolitik. Auf die Frage, warum der freie Markt nicht schnell genug auf die Situation reagiert und neue Formen der Energiegewinnung entwickelt, antwortete Gates wie folgt:

Well, there’s no fortune to be made. Even if you have a new energy source that costs the same as today’s and emits no CO2, it will be uncertain compared with what’s tried-and-true and already operating at unbelievable scale and has gotten through all the regulatory problems, like “Okay, what do you do with coal ash?” and “How do you guarantee something is safe?” Without a substantial carbon tax, there’s no incentive for innovators or plant buyers to switch.

Nach Gates Ansicht fehlt es schlicht an Anreizen für den freien Markt, neue Energiegewinnungsmethoden zu entwickeln. Mit so etwas ließe sich schlicht kein Geld machen – was auch durchaus zutrifft. Als Methode, um Anreize zu schaffen, schlägt Gates eine hohe Steuer auf den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß vor – eine Idee, die durchaus schon länger diskutiert wird.


Auch elektrisch betriebene Autos hält Gates nur für bedingt sinnvoll. Teilweise sei es sogar sein, dass der CO2-Fußabdruck durch den Kauf eines elektrischen Autos sogar steige, da die Infrastruktur zum Laden des Wagens mehr CO2 ausstoße als die für ein normales Auto mit Verbrennungsmotor.

Die Regierungen sind gefragt

Auch auf die wichtige Frage, was nötig sei, um den Übergang von fossiler Energie zu alternativen Energieformen zu beeinflussen, hat Gates eine Antwort parat:

When people viewed cancer as a problem, the U.S. government—and it’s a huge favor to the world—declared a war on cancer, and now we fund all health research at about $30 billion a year, of which about $5 billion goes to cancer. We got serious and did a lot of R&D, and then we got the private sector involved in taking that R&D and building breakthrough drugs.
In energy, no government—including the U.S., which is in almost every category the big R&D funder—has really made a dramatic increase. It was increased somewhat under Carter and then cut back under Reagan, and it’s now about $6 billion a year—that’s the U.S. piece, which, compared with the importance to our economy in general, is too low.

Letztlich sei es der Staat, der in der Verantwortung stehe und von dem auch das Engagement des privaten Sektors abhängt. Dieses Engagement zeige momentan aber so gut wie kein Staat – auch die USA nicht. Es muss also als erstes ein Umdenken in den Regierungen weltweit stattfinden. Und die USA als Land mit dem größten Bruttoinlandsprodukt weltweit ist hierbei als Vorreiter gefragt.

Das komplette Interview lässt sie bei The Atlantic nachlesen. Es lohnt sich.

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