Im Weltklimavertrag von Paris hat sich die Staatengemeinschaft dazu verpflichtet, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Erreicht werden kann dieses Ziel nur durch einen Mix aus vielen verschiedenen Maßnahmen. So müssen die einzelnen Staaten ihre CO2-Emissionen massiv verringern – und tun dies beispielsweise, indem sie ihre Kohlekraftwerke abschalten. Aber auch zusätzliche Waldflächen können dazu beitragen, dass mehr CO2 auf der Erde gespeichert wird und weniger in die Atmosphäre entweicht. So kündigte etwa Nordkorea an, durch ein groß angelegtes Wiederaufforstungsprogramm zu den Klimazielen der Weltgemeinschaft beizutragen. Die meisten Szenarien der UN-Experten gehen aber davon aus, dass zusätzlich auch noch Emissionen aus der Luft geholt und unterirdisch gespeichert werden müssen.


Bild: Corn, globallives, Flickr, CC BY-SA 2.0

Aus Mais wird in der Anlage Ethanol für die Kraftstoffproduktion

Das dazu notwendige Verfahren ist auch unter dem Namen BECCS – „Bio-energy with carbon capture and storage“ – bekannt. Es basiert darauf, dass Energiepflanzen angebaut werden und dabei CO2 aus der Luft filtern. Die Pflanzen werden anschließend zur Energiegewinnung verbrannt oder vergoren, wobei das freigesetzte Klimagas aufgefangen und unterirdisch gespeichert wird. Theoretisch lassen sich auf diese Weise negative Emissionen erzeugen, die einen wichtigen Beitrag zum Klimawandel leisten könnten. Im US-Bundesstaat Illinois hat die Firma Archer Daniels Midland eine erste solche Anlage in Betrieb genommen. In dieser wird Mais angebaut, der anschließend zu Ethanol weiter verarbeitet wird. Das austretende CO2 wird aufgefangen und in unterirdische Sandsteinreservoirs gespeichert.

Die Speicherung bringt auch Nachteile mit sich

Insgesamt 1,1 Millionen Tonnen CO2 sollen in der nun eingeweihten Anlage einmal aufgefangen und dauerhaft gesichert werden. Negative Emissionen können in Illinois allerdings noch nicht entstehen. Denn das produzierte Ethanol endet anschließend im Verbrennungsmotor eines Lastwagens. Es handelt sich aber zumindest um eine deutliche Reduzierung der ansonsten anfallenden CO2-Emissionen. Kritiker sehen die nun erstmals tatsächlich angewandte Technologie allerdings skeptisch. Sie verweisen zum einen auf das „Tank oder Teller“-Problem, also die Tatsache, dass anstelle von Energiepflanzen auch Nahrungsmittel angebaut werden könnten. Zum anderen ist die Bevölkerung grundsätzlich extrem skeptisch, was unterirdische CO2-Speicher in der Nachbarschaft anbelangt.


Via: ADM

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