Nach Daten des World Food Programms leiden weltweit 795 Millionen Menschen an Hunger. Nicht nur genereller Nahrungsmangel ist ein Problem, sondern auch die Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen. Jahr für Jahr vergibt die World Food Prize Foundation Preise an Menschen, die die Qualität, Quantität oder Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln verbessern. Dieses Jahr gehörte ein Team zu den Preisträgern, die zum International Potato Center gehören und HarvestPlus begründet haben. Das Team aus vier Forschern hat Süßkartoffeln gezüchtet, die deutlich nahrhafter sind als die normalen Süßkartoffeln. Dies könnte das Leben von mehr als 10 Millionen Menschen in Lateinamerika, Asien und Afrika direkt beeinflussen.


Bild:   20120106-OC-AMW-0695 , US Department of Agriculture, Flickr, CC BY-SA 2.0
Bild: 20120106-OC-AMW-0695 , US Department of Agriculture, Flickr, CC BY-SA 2.0

Süßkartoffeln mit mehr Vitamin A

Das Team besteht aus vier Forschern, Maria Andrade, Robert Mwanga, Jan Low, und Howarth Bouis, die von der Foundation als „Biofortifikations-Pioniere“ beschrieben werden. Biofortifikation ist der Prozess der Anreicherung von Nahrungsmitteln mit Nährstoffen durch Pflanzenzucht. Auf diese Weise kann der gleiche Ertrag der betroffenen Pflanze mehr Menschen versorgen.

In diesem speziellen Fall hat das Team sich der Süßkartoffel zugewandt. Tatsächlich erforscht das International Potato Center die Pflanze bereits seit 1988. Es gelang den Forschern, den Nährgehalt der Süßkartoffeln zu erhöhen sowie diese mit Vitamin A anzureichern. Die so modifizierte Süßkartoffel wird bereits von zwei Millionen Haushalten in Afrika angepflanzt.


Der Amerikaner Howarth Bouis ist der eigentliche Gründer von HarvestPlus, einer Organisation, die sich seit den 90er Jahren mit Biofortifikation befasst. HarvestPlus gelang es bereits, Bohnen, Weizen und Reis mit Zink und Eisen sowie Maniok und Mais mit Vitamin A zu fortifizieren. Vitamin-A-Mangel kann zu einer verkürzten Lebensdauer sowie Erblinden führen.

Kenneth Quinn, der Präsident der World Food Prize Foundation, äußerte sich zu dem Projekt wie folgt: „The impact of the work of all four winners will be felt around the globe, but particularly in sub Saharan Africa. It is particularly poignant that among our 2016 recipients are two African scientists who are working on solutions to tackle malnutrition in Africa, for Africa.

Welthunger: Mehr ein Problem der Verteilung als echter Nahrungsmangel

Es gilt als allgemein anerkannt, dass das Hungerproblem auf dieser Welt ein Verteilungsproblem ist. Während wir in modernen Industrieländern Unmengen an Nahrungsmitteln wegwerfen (allein in Deutschland sind es pro Jahr 8,6 Millionen Tonnen, die die Endverbraucher wegwerfen, dazu kommt die Menge, die in der Industrie und im Handel weggeworfen werden), geht weltweit jeden Abend einer von neun Menschen hungrig ins Bett. Dabei reicht die Nahrungsmittelproduktion weltweit aus, um nicht nur sieben, sondern zwölf Milliarden Menschen satt zu machen. Die nötige Nahrung, um dem Hunger auf der Welt ein Ende zu bereiten, ist also da. Sie müsste nur sinnvoll verteilt werden.

via Inhabitat.com

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