In Deutschland ist der Ruf der Biogasanlagen in den letzten Jahren etwas in Mitleidenschaft gezogen worden. Denn die industriell betriebenen Anlagen nutzen nicht nur ohnehin anfallenden Bioabfall, sondern kaufen Nutzpflanzen auch direkt auf. Deswegen haben viele Bauern auf den Anbau von Raps umgestellt. Diese Monokultur ist aber einerseits für die Böden nicht gut und andererseits steigt dadurch auch der Preis für den Anbau von Lebensmitteln. In Vietnam allerdings bietet Biogas das Potential, zahlreiche Kleinbauern kostengünstig und umweltschonend mit Energie zu versorgen. Dazu müssen keine Riesenanlagen gebautwerden, sondern es werden Kleinanlagen dezentral auf den einzelnen Bauernhöfen eingerichtet.


© Fraunhofer IGB
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150 Euro und sechs Tonnen CO2-Emissionen werden eingespart

Ein Hof mit 24 Nutztieren beispielsweise produziert täglich 75 Kilogramm Dung. Dieser wird nun einfach in eine mit Plastik abgedeckte und gemauerte Grube – den so genannten Fermenter – geleitet. Dass dort entstehende Gas gelangt dann per Schlauch in die Küche des Hauses und kann dort zum Kochen genutzt werden. Der Kauf von Flüssiggasflachen oder Brennholz wird so überflüssig, was sowohl den Geldbeutel schont, als auch der Umwelt nutzt. So wird die Haushaltskasse um rund 150 Euro im Jahr entlastet und gleichzeitig werden circa sechs Tonnen an CO2-Emmissionen eingespart. Die vietnamesische Regierung unterstützt die Installation solcher Anlagen durch zinsgünstige Kredite. Mittlerweile wurden alleine im Rahmen dieses Programms bereits mehr 145.000 dezentrale Biogasanlagen errichtet.

Aus Abwasser und Küchenabfällen wird Biogas

Ein ähnliches Konzept verfolgt auch ein Modellprojekt des Fraunhofer Instituts in der Stadt Da Nang. Dort sollen 110 Grundstücke mit einem neuartigen Abwassersystem ausgestattet werden. Das Abwasser wird dann gemeinsam mit Küchenabfällen aus umliegenden Hotels aufbereitet. So genannte Anaerob-Biorektoren sorgen dafür, dass die organischen Bestandteile vergoren werden und Biogas entsteht. Dieses wiederum wird genutzt, um die Hotelküchen mit Energie zu versorgen. Das auf diese Weise biologisch gereinigte Wasser kann dann wiederum in der Landwirtschaft zur Bewässerung genutzt werden und reduziert so den Frischwasserverbrauch.


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