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Biometrische Identifizierung: Warum Ohren in Zukunft die neuen Fingerabdrücke sein können

Das japanische Sicherheits-Unternehmen NEC hat ein neues Verfahren entwickelt, dass in Zukunft durchaus geeignet sein könnte, bimoterische Identifizierungen durchführen zu können. Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass der Fingerabdruck, samt Fingerabdruckscanner, schon bald ein Relikt der Vergangenheit darstellen könnte. Eine ziemlich gewagte Behauptung. NEC misst die bei jedem Menschen einzigartige Ausprägung des Mittelohrs per Schall. Das System ist recht sicher und zuverlässig, einen Haken hat das Ganze allerdings dennoch.

Ohr

Kopfhörer vermessen per Schall das Mittelohr

In-Ear-Kopfhörer mit Mikro vermessen das Mittelohr per Schall

Geht es nach dem japanischen Hersteller NEC können wir in Zukunft unser Smartphone auch per „Ohren-Scan“ freischalten, das Büro betreten oder die Tür öffnen. Ein neues biometrisches Identifikationsverfahren möchte Menschen nun auch an den Ohren erkennen. NEC stellt fest, dass die Nase aber auch Gesichtszüge und die äußeren Ohren verändert werden können oder sich auch mit dem Alter verändern. Scherheitssysteme, wie etwa Gesichtsscanner, könnten somit nicht mehr die Identität feststellen. Einem neuen Scan stünde jedoch nichts im Weg um die neuen Gegebenheiten einzulesen. Dennoch gibt es Möglichkeiten die Systeme zu täuschen, und darum geht es im Kern auch. Nämlich biometrische Identifikations-Verfahren sicherer zu machen. Im Detail geht es bei der NEC-Methode darum, dass das Mittelohr über spezielle In-Ear-Kopfhörer mit Schall behandelt wird. Einfallende Schallwellen, hervorgerufen durch einen Ton, werden von den Wänden des Mittelohrs reflektiert und gelangen so zurück. Die In-Ear-Kopfhörer sind mit einem Mikro ausgestattet, dass wiederum den Schall misst. Das Mittelohr ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt, was es als einzigartiges Identifikationsmerkmal klassifiziert. Die Methode hat einen entscheidenden Vorteil. Das Mittelohr kann, da es innen liegt, nicht so einfach verändert werden. Auch beim Altern verändert sich das Mittelohr nicht.

NEC Ohren

Bild: NEC

Identifikation während des Telefonats

Einen kleinen Haken hat die Methode allerdings dennoch. So können die Messungen verfälscht werden, wenn man an einer Mittelohrentzündung erkrankt ist. Hier hat man gewöhnlich Wasser im Mittelohr, was eine Messung deutlich erschweren und das Ergebnis somit verfälschen dürfte. Dennoch könnte sich das neuartige Verfahren in Zukunft durchsetzen oder zumindest neben bereits bewährten, aber immer wieder kritisierten, Methoden bestehen.

So wäre beispielsweise eine Identifikation per Telefon möglich. Bestellt man telefonisch Ware, könnte man sich folglich per Mittelohr-Messung „ausweisen“. Praktisch ist das Ganze auch, wenn man sicherstellen möchte, das derjenige mit dem man telefoniert auch derjenige ist mit dem man telefonieren möchte. Schließlich haben erste Kreditkarten-Unternehmen schon Interesse an dem neuen NEC-Verfahren gezeigt. 2018 soll die Technologie auf den Markt kommen.

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