Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen konnte zuletzt mit einem diplomatischen Coup für Aufsehen sorgen. Obwohl ihre Regierung von den Vereinigten Staaten offiziell nicht anerkannt wird, gelang es ihr, Donald Trump in einem Telefongespräch zur gewonnen Wahl zu gratulieren. Die chinesische Regierung in Peking, für die Taiwan ein Teil Chinas ist, war alles andere als amüsiert. Tsai Ing-wen wurde allerdings nicht nur gewählt, weil sie versprach, in den Streitfragen mit Peking eine härtere Position zu vertreten als ihre Vorgänger. Vielmehr spielte auch die Energiepolitik im Wahlkampf eine wichtige Rolle. Die Präsidentin versprach dabei, zeitnah für einen Ausstieg aus der Kernkraft zu sorgen. Nun hat das taiwanesische Parlament dieses Wahlversprechen eingelöst.


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Fukushima sorgte für ein Umdenken in Sachen Atomkraft

Demnach sollen die drei auf der Insel aktiven Atomkraftwerke bis zum Jahr 2025 abgeschaltet werden. Bei der taiwanesischen Bevölkerung stößt dies Größtenteils auf Zustimmung. Für ein Umdenken in Fragen der Atomkraft sorgte – ähnlich wie auch in Deutschland – die Katastrophe im japanischen Fukushima im Jahr 2011. Taiwan ist nicht nur ebenfalls eine Insel, sondern liegt auch in einem erdbebengefährdeten Gebiet. Nach den Ereignissen von Fukushima trauen viele Taiwanesen daher den Versicherungen der Ingenieure nicht mehr, dass die Atomkraftwerke absolut sicher seien. Der ursprünglich geplante Ausbau der Kernkraft wurde daher bereits vor zwei Jahren abgeblasen. Nun folgt der vollständige Ausstieg.


Der Anteil der Erneuerbaren Energien soll von vier auf zwanzig Prozent steigen

Interessant an der nun verabschiedeten Gesetzesvorlage ist aber vor allem, dass die entstehende Lücke im Energiemix des Landes klimaneutral gefüllt werden soll. In vielen anderen Ländern war die Abschaltung von Atomkraftwerken nämlich ein zweischneidiges Schwert, weil stattdessen vermehrt auf Kohlekraftwerke gesetzt werden musste – was die Klimaemissionen in die Höhe trieb. In Taiwan allerdings soll der Anteil der Erneuerbaren Energien am Energiemix in den nächsten acht Jahren von vier auf zwanzig Prozent steigen und somit die von der Kernkraft hinterlassene Lücke komplett füllen. Geplant ist dabei vor allem der Bau von neuen Wasserkraftanlagen sowie von Solarkraftwerken und Windparks.

Via: NHK

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