Bis zu 1.000 Euro: Schweden gewährt eine Kaufprämie für Elektrofahrräder

Grundsätzlich hat sich die Politik in vielen Ländern die Förderung des Radverkehrs auf die Fahne geschrieben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Radfahrer verursachen keine Staus, tragen nicht zur Luftverschmutzung bei und benötigen weniger Parkfläche. In Skandinavien hat daher in letzter Zeit vor allem Norwegen mit entsprechenden Fördermaßnahmen auf sich aufmerksam gemacht: So investiert das Königreich rund eine Milliarde Dollar in den Bau von Radschnellwegen. Die Stadt Oslo bezuschusst zudem den Kauf von Lastenfahrrädern. Diese können beispielsweise dafür sorgen, dass auch der Großeinkauf im Supermarkt emissionsfrei absolviert wird. Die schwedische Regierung geht nun noch einen Schritt weiter: Dort wird zukünftig der Kauf aller Elektrofahrräder mit einer staatlichen Prämie bezuschusst.

Elektro-Fahrräder sollen in Schweden zukünftig häufiger zu sehen sein.

Der Marktanteil von Elektrofahrrädern soll sich mindestens verdoppeln

Die Kaufprämie liegt bei 25 Prozent des Kaufpreises, ist aber auf eine Höhe von maximal 1.000 Euro begrenzt. Ziel des Programms ist es, vor allem Pendler zu einem Umstieg zu motivieren. Denn oftmals fehlt es an den Arbeitsplätzen an Dusch- und Waschmöglichkeiten, sodass viele Arbeitnehmer auf das Rad verzichten, um nicht zu verschwitzt auf der Arbeit anzukommen. Mit E-Bikes ist dies kein Problem: Der Elektromotor sorgt für die notwendige Unterstützung, um nicht übermäßig ins Schwitzen zu geraten. Dank der staatlichen Kaufprämie soll der Marktanteil der Elektrofahrräder von bisher sieben auf immerhin fünfzehn Prozent steigen. Wirklich ambitioniert ist das nicht: In Deutschland wurde dieser Wert bereits ohne staatlichen Zuschuss erreicht.

Autofahrer und Flugreisende werden stärker belastet

Interessant ist allerdings die Finanzierung der Kaufprämie für Elektroautos. So soll zum einen die KFZ-Steuer neu gestaffelt werden: Autos mit hoher Umweltbelastung müssen dann mehr Abgaben zahlen. Außerdem ist eine Luftverkehrssteuer nach deutschem Vorbild geplant. Für Langstreckenflüge wird dann etwa eine Abgabe von 40 Euro pro Flug fällig. Die Belastung von Transportmitteln mit vielen CO2-Emissionen und die gleichzeitige Förderung von klimafreundlichen Alternativen ist Teil einer breiter angelegten Strategie: Bis zum Jahr 2045 will Schweden als Land komplett klimaneutral werden. Wie dies funktionieren kann, wird aktuell unter anderem in Hyllie, einem Stadtteil von Malmö, getestet.

Via: taz