Der Bitcoin benötigte nur 24 Monate, um seinen Wert um volle 650 % zu steigern; viele Anleger sehen in der Krypto-Währung eine lohnenswerte Alternative zum regulären Währungssystem. Werden wir demnächst nur noch in »digitalen Talern« zahlen?


Bitcoins
Bitcoins als Währung der Zukunft?

Der Bitcoin ist nicht allein: Es gibt etwa 800 Krypto-Währungen

Etwa 800 verschiedene Krypto-Währungen gibt es bereits, der Bitcoin ist also nicht allein, sondern nur ein digitales Zahlungsmittel von vielen. Allerdings wurde er als Erstes erfunden und sein Bekanntheitsgrad bleibt bislang unübertroffen. Die Bitcoin-Geldmenge wird jedes Jahr zu einem geringer werdenden Prozentsatz erhöht, bis es im Jahr 2040 etwa 21 Millionen digitale Coins geben wird – dann ist die Geldschöpfung ein für allemal beendet. Hierin liegt auch schon ein wichtiger Vorteil des Krypto-Geldes, denn aufgrund der Mengenbegrenzung besitzt es sozusagen einen integrierten Inflationsschutz. Der Staat und die Banken haben keine Eingriffsmöglichkeiten, außerdem bleiben Geldsender und -empfänger stets anonym und hinterlassen so keine Spuren ihrer Transaktionen. Das klingt doch alles recht gut, oder? Trotzdem gibt es diverse Probleme, wenn es darum geht, Bitcoin und Co. als Hauptzahlungsmittel etablieren.

Nur etwa 100 deutsche Geschäfte nehmen Bitcoins an

Bei wachsender Wirtschaft wächst zugleich die Geldnachfrage, und wenn die Menge an Bitcoins dabei nicht zunimmt, muss es infolge dessen zu Preissenkungen kommen. Am Ende wartet die Deflationsspirale, weil die Konsumenten wahrscheinlich ihre Einkäufe aufschieben, in der Erwartung, dass ihr Geld bald schon noch viel mehr wert sein wird. Gerade die zurückliegenden Wertsteigerungen der Krypto-Währungen haben gezeigt, dass die Menschen ihre Coins nur sehr beschränkt ausgeben, um auf noch höhere Kurse zu spekulieren. Nur ungefähr 100 Geschäfte haben sich bislang in Deutschland darauf eingelassen, Bitcoins im Tausch gegen Waren anzunehmen.


Steuererhebungen werden mit Bitcoins stark erschwert

Der fehlende stabilisierende Eingriff durch eine Art Zentralbank kann durchaus auch als Nachteil gewertet werden: Inflationen oder Deflationen lassen sich so nur schwer oder gar nicht stoppeln. Bei hohen Inflationsraten kann es wie auch im derzeitigen Währungssystem zu Spekulationsblasen kommen, wenn die Menschen in greifbare Werte flüchten. Die Anonymität der Krypto-Zahlungsvorgänge wird den Regierungen dieser Welt auf Dauer nicht gefallen, denn damit lassen sich nur schwer Steuern erheben, und auch der Anspruch auf den Bezug von Sozialleistungen kann kaum überprüft werden. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten der Terrorfinanzierung! Aktuell haben Bitcoin und Co. noch zu wenig Bedeutung, doch irgendwann werden immer mehr Staaten ihren Einsatz wahrscheinlich beschränken oder gar verbieten.

Quelle: manager-magazin.de

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