Die Technik für autonom fahrende Autos ist inzwischen weitgehend ausgereift. Was den Entwicklern noch fehlt, sind Testkilometer und Erfahrungswerte in schwierigen Situationen. Bisher teste BMW beispielsweise seine selbstfahrenden Autos vor allem auf Autobahnen im Norden von München. Bereits im nächsten Jahr soll aber nun die nächste Schwierigkeitsstufe erreicht werden: Dann werden die autonomen Fahrzeuge auch in der Münchener Innenstadt unterwegs sein. Dort zu fahren ist deutlich schwieriger als auf der Autobahn, weil es eine Vielzahl an unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern zu beachten gilt. Zunächst werden daher auch weiterhin geschulte Fahrer am Steuer sitzen, die im Notfall eingreifen können, um Unfälle zu vermeiden.


Bild: BMW
Bald auch autonom in der Münchener Innenstadt unterwegs: Fahrzeuge von BMW Bild: BMW

Die Autos sollen bis zu 70 Stundenkilometer schnell fahren

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gilt als großer Förderer der autonomen Fahrzeugtechnik und hatte vor einigen Monaten sechs deutsche Städte zu entsprechenden Testzonen erklärt. Neben München waren dies Ingolstadt, Braunschweig, Düsseldorf, Hamburg und Dresden. BMW gab nun allerdings bekannt, dass die autonomen Autos keine zusätzliche Infrastruktur benötigen. Vielmehr können sich die Wagen ganz einfach in den fließenden Verkehr integrieren. Googles Testautos in den Vereinigten Staaten fielen dabei vor allem zu Beginn durch besonders langsames Fahren auf. Dies soll bei den Fahrzeugen von BMW allerdings nicht der Fall sein: Diese sollen Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern erreichen – immerhin zehn mehr als auf dem Mittleren Ring in München erlaubt sind.

Eine neue Software analysiert die Kopfbewegungen der Fußgänger

Eine besondere Herausforderung im innerstädtischen Verkehr stellen Fußgänger dar. Denn diese handeln aus Sicht der Technik oft vergleichsweise unvorhersehbar. Für einen menschlichen Autofahrer ist dies leichter zu erfassen, weil er beispielsweise Blickkontakt mit dem Fußgänger aufnehmen kann und über entsprechende Erfahrungswerte verfügt. Zur Lösung dieses Problems hat BMW nun eine Software entwickelt, die die Kopfbewegung der Passanten analysieren soll. Daraus sollen dann beispielsweise Rückschlüsse möglich sein, ob jemand die Straße noch vor dem herannahenden Auto überqueren wird. In der Münchener Innenstadt wird dieses System nun erstmals in der Praxis getestet. Die dabei gewonnenen Daten sollen dann zu weiteren Verbesserungen führen.


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