Auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget sind neben Boeing und Airbus auch zahlreiche kleinere Firmen vertreten. So auch das US-Startup Boom, das vor einiger Zeit Aufsehen mit dem Plan erregte, einen Nachfolger für die legendäre Concorde zu entwickeln. Diese konnte als einziges Passagierflugzeug der Welt mit Überschallgeschwindigkeit fliegen, ließ sich aber nie rentabel betreiben. Dies lag an den hohen Treibstoffkosten, der niedrigen Auslastung und der massiven Lautstärke des Fliegers. All dies soll beim Boom-Jet deutlich besser werden. So ist geplant, die Lautstärke im Vergleich zur Concorde um dreißig Prozent zu senken. Außerdem sind lediglich 55 Sitzplätze vorgesehen – wodurch eine hohe Auslastung garantiert werden soll.


In dreieinhalb Stunden von Paris nach New York. Die ersten Auslieferungen des Concorde-Nachfolgers sind für das Jahr 2023 geplant. Copyright: Boom

Der Preis pro Flieger soll bei 200 Millionen Dollar liegen

Einige Fluggesellschaften scheint Boom mit diesem Ansatz bereits überzeugt zu haben. So wurde die britische Airline Virgin Atlantic inzwischen als erster offizieller Kunde präsentiert. Deren Besitzer hat ein Faible für ungewöhnliche Flugobjekte: Einst flog Richard Branson mit dem Heißluftballon von Marokko bis nach Hawaii. Wie viele Überschall-Jets Virgin Atlantic bestellt hat, ist allerdings noch unklar. Boom-Chef Blake Scholl wollte lediglich bestätigen, dass bisher 76 Vorbestellungen vorliegen. Der Preis pro Flugzeug liegt dabei bei 200 Millionen Dollar. Anders als die Konkurrenz möchte Boom auch bei Großbestellungen keine massiven Rabatte auf diesen Listenpreis einräumen. In den nächsten Wochen und Monaten sollen nach und nach die Namen der weiteren Kunden präsentiert werden.

Die Reisezeit für die Strecke New York – Paris wird sich halbieren

Bisher ist allerdings noch kein Überschall-Flugzeug von Boom tatsächlich geflogen – im Windkanal wurden aber bereits vielversprechende Ergebnisse erzielt. Im nächsten Jahr soll nun ein erster Testflug eines kleineren Fliegers – genannt Baby-Boom – stattfinden. Anschließend ist dann die Entwicklung und der Bau des eigentlichen Passagierjets geplant. Dieser soll später Geschwindigkeiten von Mach 2.2 erreichen – also mehr als doppelt so schnell sein wie der Schall. In Kilometer umgerechnet entspricht dies in etwa einem Tempo von 2.700 Km/h. Die Strecke von Paris nach New York könnte damit in dreieinhalb Stunden zurückgelegt werden. Bei Vorbestellungen von Ultraschall-Jets ist allerdings Vorsicht geboten: 1967 bestellte beispielsweise die Lufthansa drei Concorde-Flugzeuge – stornierte diesen Auftrag später aber wieder.


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