Noch sind die Verkaufszahlen von Elektroautos in Deutschland vergleichsweise niedrig. Doch die meisten Hersteller hierzulande haben inzwischen Modelle mit elektronischem Antrieb auf den Markt gebracht oder arbeiten zumindest an einer solchen Neuentwicklung. Das Herzstück eines Elektroautos ist immer der verbaute Akku. Denn dieser ist für die Reichweite des Fahrzeugs von entscheidender Bedeutung. Die dahinter stehende Technologie stammt aber keinesfalls aus Deutschland. Denn Batteriezellen werden aktuell ausschließlich in Asien hergestellt. Mercedes plant beispielsweise im sächsischen Kamenz eine Batteriefabrik zu bauen – auch dort werden die Batteriezellen aber importiert und dann nur noch zusammengebaut. Die Bundesregierung befürchtet allerdings, dass wichtiges Knowhow verloren gehen könnte, wenn in Deutschland selbst keine Produktion stattfindet.


Die Batteriezellen sollen vor allem in Elektroautos genutzt werden. Bild: Electric car charging station, PROHåkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Bosch will sich von den Produkten der Konkurrenz unterscheiden können

Der Autozulieferer Bosch denkt nun zumindest darüber nach, diese Lücke zu füllen. Dies bestätigte der Vorstandsvorsitzende Volkmar Denner. Allerdings müssen dafür zwei Bedingungen erfüllt sein. Zum einen will der Konzern sich nicht auf einen reinen Preiswettbewerb mit den asiatischen Konkurrenten einlassen. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist daher gefragt, um eine Innovation zu finden, mit der sich die Batteriezellen von Bosch von denen der Konkurrenz abheben. Was passiert, wenn dies nicht der Fall ist, musste der Konzern bei der Produktion von Solarmodulen erfahren. Die Fertigung schrieb lange Jahre rote Zahlen und wurde schließlich an Solarworld abgegeben – ein Unternehmen, das inzwischen Insolvenz anmelden musste.

Sensoren für selbstfahrende Autos sind ein weiteres Zukunftsthema

Außerdem muss die Produktion der Batteriezellen in einer bereits bestehenden Fabrik von Bosch möglich sein. Der Konzern will also kein frisches Geld in ein Neubauprojekt investieren. Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass der Autozulieferer aktuell massiv Kapital in eine neue Fabrik zur Herstellung von Sensoren investiert. Diese entsteht in Dresden und soll vor allem dazu dienen, selbstfahrende Autos mit der benötigten Technik zu versorgen. Denn Bosch geht davon aus, dass autonome Fahrten auch in Deutschland schon sehr bald möglich sein werden. So prophezeit Unternehmenschef Denner, schon im Jahr 2023 könne jeder ein selbstfahrendes Taxi rufen. Bosch arbeitet im Bereich der selbstfahrenden Autos eng mit Daimler zusammen. Gemeinsam wurde vor kurzem beispielsweise das erste autonome Parkhaus der Welt eröffnet.


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