Erich Manser leidet unter der Augenkrankheit Retinitis pigmentosa und hat infolgedessen ein Großteil seines Augenlichts verloren. Dies hält den leidenschaftlichen Läufer allerdings nicht davon ab, regelmäßig an Marathons teilzunehmen. Bisher wird er dabei von einem Assistenten unterstützt, der neben ihm läuft und ihn sicher über die Strecke führt. Beim Boston-Marathon am Wochenende wurde parallel dazu aber auch eine neue Technologie namens Aira unter den Extrembedingungen eines Marathonlaufs getestet. Dazu trug Manser die Datenbrille Google Glass, mit deren Hilfe ein Livevideo produziert wurde, das im Wohnzimmer von Jessica Jakeway zu sehen war. Diese konnte den Läufer dann über ein Bluetooth-Headset vor Hindernissen warnen und auf Erfrischungsmöglichkeiten hinweisen.


Foto: AT&T

Aria soll blinden Menschen in Alltagssituationen helfen

Zu Beginn gab es allerdings leichte technische Probleme. So konnte Jakeway zwar die Kommentare des Läufers hören, dieser erhielt aber keine Anweisungen. Ein Neustart des Headsets behob dieses Problem schließlich. Auch der Lärm der Zuschauer sorgte dafür, dass die Kommunikation teilweise nur eingeschränkt möglich war. Allerdings wurde das Aria System auch nicht speziell für die Teilnahme an einem Marathon entwickelt. Vielmehr soll es blinden Menschen in Alltagssituationen helfen. So hat Aria ein zentrales Zentrum mit Assistenten aufgebaut. Die Kunden des Unternehmens können mit einer Datenbrille oder ihrem Smartphone dorthin einen Livestream senden – und erhalten von den Assistenten dann Hilfe in allen erdenklichen Situationen.

Die Entwickler sind mit dem Verlauf des Tests sehr zufrieden

Bisher hat Aira bereits mehr als 200 Kunden, wovon etwa die Hälfte den Service mindestens einmal täglich nutzt. Der Test beim Boston-Marathon sollte nun helfen, Schwachpunkte der Technologie aufzudecken und so auch die Nutzung im Alltag weiter zu verbessern. Wirklich ersetzen können wird das System den nebenherlaufenden Assistenten in absehbarer Zeit nicht. Allerdings konnte der Läufer dadurch auch einige zusätzliche Informationen erhalten. So konnte Jakeway beispielsweise auch Informationen über das Wetter – etwa die aktuelle Temperatur – abrufen. Theoretisch ließe sich dies vermutlich noch deutlich ausweiten, sodass der Läufer über sein Headset noch deutlich mehr relevante Informationen erhalten könnte. Fürs erste waren aber sowohl Erich Manser als auch die Entwickler von Aria mit dem Test beim Boston-Marathon sehr zufrieden.


Via: Popsci

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