Brite bastelt echten »Iron Man«-Düsenantrieb mit 450 km/h Geschwindigkeit

Der Brite Richard Browning hat wahrscheinlich ein paar »Iron Man« Filme zu viel gesehen: Seit einiger Zeit arbeitet er verbissen daran, sich mit Mini-Düsentriebwerken an Händen und Füßen in die Luft zu katapultieren – und hat dabei sogar schon einige Erfolgserlebnisse vorzuweisen. Im März 2017 gründete er sein eigenes Unternehmen, die Gravity Industries.

Richard Browning bei einer Vorführung mit Daedalus / Foto: Gravity Industries

Im Alter von 38 Jahren entschied er, fliegen zu lernen

In seinen Videos trägt der Erfinder seine Düsentriebwerke an einer Art Exoskelett direkt am Körper, und katapultiert sich damit – wenn es denn klappt – vertikal in die Höhe. Dabei ist zu beobachten, dass seine Flugversuche mit jedem Mal koordinierter und vielsprechender wirken, während er Position und Anzahl der Triebwerke stetig gezielt verändert. Die von dem Antrieb ausgehenden Flugkräfte sind so stark, dass er ziemlich viel Muskelkraft dagegensetzen muss, darum verbringt Browning einen Großteil seiner verbliebenen Zeit im Fitness-Studio und beim Radfahren.

Im Alter von 38 entschied der Familienvater und Farmer, dass er fliegen lernen wollte. Er baute sich Flügel, die er mit Ventilatormotoren kombinierte, hatte damit aber keinen Erfolg und überlegte weiter. Später nutzte er seine ersten kerosinbetriebenen Mini-Turbinen und versuchte, auf seinem Acker vom Boden abzuheben. Das Ganze wirkte wirklich noch ziemlich unbeholfen und nicht besonders überzeugend, doch immerhin schwebte er schon ein wenig über den Boden. Der Mann ließ sich also nicht beirren und bastelte weiter, schließlich hat Tony Stark es ja auch geschafft, nicht wahr?

Schaut euch an, wie Browning das Fliegen erlernte!

Kontrollierte Lenkung ist möglich, will aber gelernt sein

Die jetzige Turbinenkonstellation bringt ihn wirklich zum Schweben, mit leichten Gewichtsverlagerungen lenkt Browning seinen Flug. Die Balance halten nun zwei Triebwerke auf dem Rücken, die Düsen an den Füßen hat er wieder deinstalliert. Wenn der fliegende Erfinder die Arme nach unten hält, stößt er sich vom Boden ab, richtet er sie seitwärts aus, sinkt er zur Erde herab. Brust raus, Arme nach hinten: Speed! Die Balance zu halten, gestaltet sich in etwa genauso schwierig, wie im Film, als Tony Stark bei seinem ersten Versuch einen unkontrollierten Crash erlebte.

Eine Fortbewegungsmöglichkeit der Zukunft?

Browning hat inzwischen etwa 40.000 Pfund in seine Entwicklungen investiert, er schätzt die theoretisch mögliche Geschwindigkeit seines aktuellen Düsenantriebs »Daedalus« auf 450 km/h. Da er allerdings keinen Fallschirm besitzt, möchte er das lieber nicht austesten. Im Moment übt er einfach weiter, verfeinert die Technik, verbesserte die Kontrolle und träumt dabei einen uralten Menschheitstraum, der nie so greifbar nahe war wie heute. Seine Prognose:

»Wir haben im Moment noch einen langen Weg vor uns. Aber eines Tages wirst du wortwörtlich in der Lage sein, in deinen Garten gehen, abzuheben und herumzufliegen, um anschließend wieder herunterzukommen und zu landen.«

Quelle: gravity.co