Eine neue Behandlungsmethode für Leukämie-Patienten macht Hoffnung, dass diese tückische Krankheit zukünftig deutlich besser bekämpft werden kann. Denn Forschern in London ist es gelungen, zwei an Leukämie erkrankte Babys durch den Einsatz von genetisch modifizierten Immunzellen zu heilen. Die damals 11 und 16 Monate alten Kinder leben inzwischen wieder gesund bei ihren Familien. Noch ist allerdings Vorsicht geboten. Die Behandlung liegt erst rund anderthalb Jahre zurück. In der Krebstherapie spricht man offiziell aber erst von einer Heilung, wenn mehrere Jahre kein Rückfall auftritt. Dennoch sind die Ergebnisse der britischen Forscher extrem vielversprechend. Denn bevor die bisher noch unerprobte neue Behandlungsmethode zum Einsatz kam, hatten die konventionellen Ansätze der Krebstherapie bereits versagt.


Bild: By Gabriel Caponetti (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Bild: By Gabriel Caponetti (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

T-Zellen des Immunsystems wurden genetisch modifiziert

Es ist also davon auszugehen, dass die beiden Babys ohne den Einsatz der genetisch veränderten Immunzellen wohl nicht mehr am Leben wären. Genutzt wurden für die Behandlung T-Zellen eines gesunden Spenders. T-Zellen sind dabei weiße Blutkörperchen und Teil des Immunsystems. Sie greifen anormale Zellen, wie sie bei vielen Krebserkrankungen zu finden sind, an und verhindern deren Ausbreitung. Die dem gesunden Spender entnommenen Zellen wurden dann genetisch so modifiziert, dass sie problemlos bei den beiden kleinen Patientinnen zum Einsatz kommen konnten. Diese Form der Krebsbehandlung ist auch als UCART19 bekannt und scheint nun erstmals erfolgreich zur Anwendung gebracht worden zu sein.

Weitere Studien müssen die noch offenen Fragen klären

Der große Vorteil der Methode besteht darin, dass die T-Zellen von gesunden Spendern flächendeckend eingesetzt werden können. Sie können also theoretisch für jeden Patienten genutzt werden. Ein mühsamer Abgleich wie bei der Stammzellentransplantation ist also nicht mehr notwendig. Allerdings ist die Zahl der erfolgreichen Behandlungen natürlich noch extrem klein. Es ist daher noch unklar, ob die Behandlungsmethode tatsächlich bei allen Erkrankten zum Erfolg führen wird. Denkbar ist zudem auch, dass die bei den beiden Babys zuvor versuchten Behandlungen auch einen Einfluss hatten und indirekt zur Heilung beigetragen haben. Weitere Studien sollen diese noch offenen Fragen nun klären.


Via: Popsci

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