Etwa 37 Millionen Menschen müssen aktuell mit dem HIV-Virus in ihrem Körper leben, ohne eine reelle Chance auf Heilung. Das kann sich in den nächsten Jahren ändern, denn britische Mediziner haben eine neue Technik entwickelt, die das Potential besitzt, den Virus im Körper komplett auszurotten.


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Geheilt oder nicht geheilt? Im Bluttest zeigt sich erst nach Jahren die ganze Wahrheit.

Mit etwas Glück wurden sämtliche HIV-Viren vernichtet

Etwa 50 Patienten nahmen an der entsprechenden Versuchsreihe teil, einer von ihnen wurde jetzt virenfrei getestet. Nun bestehen berechtigte Hoffnungen darauf, dass HIV bald heilbar sein wird, denn mit etwas Glück wurden nicht nur die aktiven Viren zerstört, sondern auch diejenigen, die in den Körperzellen versteckt schlafen. Doch der endgültige Beweis steht noch aus, den kann nur die Zeit erbringen. Noch muss der 44-jährige Patient also mit einiger Unsicherheit leben, bis er vielleicht eines Tages seine große Siegesparty starten kann.

Kick and Kill: HIV-befallene Zellen outen sich und werden zerstört

Die neue Behandlungsmethode besteht aus drei Einzelschritten: Zuerst nimmt der Patient antiretrovirale Medikamente ein, so wie in der aktuellen HIV-Therapie üblich. Diese Mittel verhindern, dass die infizierten T-Zellen weitere Millionen von Kopien des Virus ausspucken und im Körper verteilen. Damit verbleiben die krankmachenden Fremdkörper sozusagen eingesperrt in den bereits befallenen Zellen. Im nächsten Schritt infizieren die Mediziner ihre Patienten mit einem anderen Virus, der das Immunsystem aktiviert. Zum Schluss erhalten die Erkrankten ein zweites Medikament mit dem Namen Vorinostat, das die schlafenden T-Zellen dazu bringt, Proteine freizusetzen, die mit dem HIV-Virus im Zusammenhang stehen, sodass sie sich dem Immunsystem als infiziert outen und zerstört werden können: Diese Strategie wird auch »Kick and Kill« genannt.


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Die Symptome einer akuten HIV-Infektion im Bild

2007 glückliche Heilung durch Knochenmarktransplantation

2007 gab es schon einmal eine HIV-Heilung, die dadurch zustande kam, dass der Patient aufgrund einer Leukämie-Erkrankung Knochenmark transplantiert bekam. Der Spender erwies sich als immun gegen HIV, das neue Knochenmark heilte den Patienten so nicht nur von Krebs, sondern auch von der Immunschwächekrankheit. Hier lag ganz einfach ein phänomenaler Glückstreffer vor, denn einen Spender mit passendem Knochenmark zu finden, der noch dazu HIV-immun ist, gleicht einem Lottogewinn. Wenn allerdings die neue Heilungsmethode funktioniert, könnten Millionen von Menschen ganz gezielt profitieren, ohne auf ein seltenes Wunder warten zu müssen.

Quelle: iflscience.com

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