Pro Jahr werden deutschlandweit rund 50 Millionen männliche Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet. Der Grund ist simpel: Sie werden später keine Eier legen können. Eine Aufzucht lohnt sich zudem nicht, weil sie zu wenig Brustfleisch ansetzen. Das Leben männlicher Küken wird daher regelmäßig auf recht drastische Weise beendet: Sie werden entweder vergast oder zerschreddert. Tierschützer kritisieren diese Praxis schon seit längerem, nun erhalten sie Unterstützung aus der Politik. Der Bundesrat hat eine Gesetzesinitiative beschlossen, die das Töten aus rein wirtschaftlichen Gründen untersagt. Bevor das Verbot Mitte 2016 allerdings in Kraft treten kann, muss noch der Bundestag zustimmen.


Kücken
Frisch geschlüpftes Kücken

NRW-Alleingang scheiterte zunächst vor Gericht

Ursprünglich hatte die NRW-Landesregierung im Alleingang versucht, die Praxis innerhalb ihrer Landesgrenzen zu unterbinden und den Veterinärbehörden bereits 2013 entsprechende Anweisungen erteilt. Mehrere Zuchtbetriebe klagten allerdings dagegen und bekamen schließlich auch Recht. Deswegen befasste sich nun der Bundesrat mit der Problematik und beschloss mit großer Mehrheit ein grundsätzliches Verbot. Um den Betrieben allerdings ausreichend Zeit zur Umsetzung zu geben, soll es bis Mitte nächsten Jahres eine Übergangsfrist geben, in der die aktuelle Praxis noch angewandt werden darf. Nun ist Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) am Zug, der durch eine Änderung des Tierschutzgesetzes den Wunsch der Länderkammer umsetzen könnte.

Neue Techniken könnten zur Lösung beitragen

Grundsätzlich hat auch Schmidt bereits angekündigt, die Tötungspraxis bis spätestens 2017 unterbinden zu wollen. Konkrete Initiativen dazu hat er bis jetzt aber noch nicht vorgestellt. In naher Zukunft könnte zudem die Forschung einen Beitrag zur Lösung der Problematik leisten. Wissenschaftler der Universität Leipzig arbeiten an einer Durchleuchtungstechnik, bei der zu erkennen ist, ob sich im Ei eine Henne oder ein Hahn befindet. So könnte verhindert werden, dass die männlichen Küken überhaupt schlüpfen. Zuletzt hatte das NRW-Landeskabinett zudem beschlossen, Fracking innerhalb der eigenen Landesgrenzen zu verbieten.


Via: SZ Online

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