Jüngst erlaubte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (BVerwG 3 C 10.14), dass ein schwerkranker Patient Cannabis zu Therapiezwecken anbauen darf. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) spach sich deutlich gegen diese Entscheidung aus, dennoch könnte der Cannabis-Konsum schon bald legalisiert werden. Versandhandel vertreiben bereits Produkte, die zum Anbau von Cannabis verwendet werden können. Die Polizei beobachtet die Käufer und schreitet bei Bedarf auch ein um den Schwarzmarkt-Handel von Cannabis zu stoppen. Um diesem enormen Aufwand in Zukunft Einhalt zu gewähren, möchte die Bremer Regierungskoalition kontrollierte Abgaben einführen und damit eine Vorreiterrolle einnehmen.


Marihuana
Foto: Marihuana Payman CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Entkriminalisierung und Gesundheitsschutz

„Wir sind gemeinsam der Auffassung, dass es allerhöchste Zeit ist für neue Wege in der Drogenpolitik und wir wollen, dass Bremen dabei die Vorreiterrolle einnimmt.“, erklärte Wilko Zicht, der innenpolitische Sprecher der Grünen Bremen vor kurzem. Die Legalisierung von Cannabis wurde im liberalen Bremen bereits im Koalitionsvertrag manifestiert. Dem steht jedoch der innerhalb der letzten zwei Jahre massiv angestiegene Verfolgungsdruck seitens der Polizei gegenüber. So wird auch UDOPEA, ein „Großhandel für Raucherbedarf und Pflanzenzuchtanlagen für den Kunden mit dem besonderen Geschmack“, mit Sitz in Bremen, vermehrt beobachtet. Die Betreiber dieses Handelsunternehmens bewegen sich innerhalb einer rechtlichen Grauzone. So werden unter anderem Bücher mit Informationen zum Anbau von Cannabis vertrieben. Auch Experten-Wissen im Hinblick auf die unterschiedlichen Sorten, Wirkungen und den THC-Gehalt, kann erworben werden. Darüber hinaus gibt es Glaspfeifen, Raucherbedarf, Dünger, Pflanzenschutzmittel, Erde und einiges mehr, das unter anderem auch für den Anbau von Cannabis verwendet werden könnte.

Deutlich höhere Kosten für Strafverfolgung als für Aufklärungsarbeit

Etwas mehr als 600 Patienten dürfen Cannabis in Deutschland als Medikament verwenden. Einer aktuellen Statistik zufolge dreht sich jedoch jeder Zwanzigste gelegentlich einen Joint und macht sich somit strafbar. Die Allgemeinheit glaubt daran, dass der Schwarzmarkt mit der Legalisierung von Cannabis dauerhaft und ziemlich wirkungsvoll ausgemerzt werden könne. Schließlich ist man sich auch einig darüber, dass eine ordentliche Aufklärung einen größeren Schutz vor Drogenmissbrauch böte als die Androhung von Strafe. Rot-Grün Bremen sieht im kontrolliertem Kiffen einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Kontrollierter Cannabis-Konsum beinhalte dabei nicht nur kontrollierte Abgaben, sondern auch einen kontrollierten Anbau von Cannabis. Somit könne sichergestellt werden, dass kein gesundheitsschädlicher Dreck in der Tüte landet. Immer wieder tauchen Berichte auf, dass gemahlenes Glas oder andere schädliche Substanzen beigemischt werden, um die Menge zu erhöhen und letztlich mehr Geld mit dem Verkauf von Cannabis auf dem Schwarzmarkt zu erzielen. Mit der Legalisierung von Cannabis würde man laut Rot Grün gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Entkriminalisierung und Gesundheitsschutz. Als dritter Punkt könnten dann auch noch Einsparungen genannt werden. Aktuellen Statistiken nach wird schließlich neun Mal so viel Geld für die Strafverfolgung von Cannabis-Dealern und Konsumenten ausgegeben wie für die Präventionsarbeit.


Cannabis kann nicht pauschal als harmlose Droge bezeichnet werden. Allerdings gibt es mit Alkohol und Zigaretten auch legale Konsumgüter, die ein Abhängigkeitsverhältnis schaffen können. Ein eigenverantwortlicher Umgang mit Cannabis, könne daher ebenfalls Erwachsenen auferlegt werden.

Es bleibt abzuwarten, ob es jemals zur Legalisierung von Cannabis kommen wird. Interessant wäre allerdings zu schauen, was für Veränderungen  damit einhergehen würden. Wie viele Konsumenten wohl Cannabis konsumieren, nur weil es illegal ist und damit einen besonderen Kick auslöst? Wie viele Konsumenten würden das „Gras“ links liegen lassen, wenn es frei verkäuflich wäre? Länder wie die USA und die Niederlande, zeigen, dass es auch mit dem legalen Verkauf und Konsum von Cannabis recht gut funktionieren kann. Die kontrollierte Freigabe von Cannabis, die unter anderem auch in Uruguay erfolgte, bewirkte sogar einen Anstieg des Gesundheitsschutzes.

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