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Canon EOS 80D: Die Mittelklasse DSLR-Kamera mit EF-S 18-135 IS USM Objektiv im Test

„Zusammen leben und arbeiten für das Gemeinwohl“. Dieser japanischen Firmenphilosophie Kyosei hat sich Canon verschrieben. Das Unternehmen glaubt an die Macht der Bilder, denn durch Bilder können wir viel schneller kommunizieren, komplexere Aufgaben einfacher darstellen und auch wahre Emotionen hervorrufen. Vor 17 Jahren wurde die erste digitale Canon EOS Spiegelreflexkamera vorgestellt. Das aktuellste Modell aus der begehrten 10er Reihe ist die EOS 80D, die Canon seit Herbst 2016 vertreibt. Wir haben die neuste Mittelklasse-Spiegelreflexkamera von Canon getestet und begrüßen diese zudem als neues Arbeitsgerät für Fotos und Videos.

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Canon EOS-Historie

Die 10er-Serie ist, neben den Profi-Modellen der 1er-Serie, die Kamerareihe mit der längste Geschichte bei Canon. Gestartet wurde mit der EOS D30 im Jahr 2000. In der Folge gab es dann alle anderthalb bis zwei Jahre ein neues Modell. Die Canon EOS 80D ist der Nachfolger der beliebten 70D.

Canon – Do what you love

Für unsere Arbeit außerhalb des Büros benötigen wir gut funktionierendes Equipment, um Eindrücke für Folgebeiträge für unsere Leser festhalten zu können. Dabei kommt uns der Allrounder, die Canon 80D, sehr gelegen. Die kompakte Spiegelreflexkamera schießt gestochen scharfe Bilder, ist leise und einfach in der Bedienung. Mit bis zu 7 Bildern die Sekunde, ist die Kamera auch noch ziemlich schnell. In Kombination mit einem Stativ und einem externen Mikro, ist die 80D allerdings auch bestens als Videokamera geeignet und wird in Zukunft bei keinem Event mehr fehlen. Statt schwerem Equipment setzen wir auf einen kompakten Alleskönner, ohne Abstriche bei der Qualität der Foto- und Videoproduktionen machen zu müssen. Das Canon for Business Angebot erleichtert unseren Arbeitsalltag schon sehr. Bezugsquellen für Businessprodukte bietet Canon auf einer extra Website an.

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Canon Business Solutions

Canon hält eine ansehnliche Bandbreite an Kompetenz und Technik parat, die sich zusammen mit den Anforderungen der Nutzer weiterentwickeln. Dabei reichen die Leistungen von den Produkten über Beratungen, Workshops bis hin zum Informationsmanagement und dem technischem Support.

Canon 80D Produkttest

Pro

  • Schneller und genauer Autofokus
  • Großer, heller Sucher
  • Gute Ausstattung
  • Detailreicher Klapp-Multi-Touch-Bildschirm

Kontra

  • Keine Videoaufnahme in 4K

Unboxing
Bereits auf dem Karton der Canon EOS 80D findet ihr die wichtigsten Daten vor. So zum Beispiel, dass die Kamera einen APS-C-Sensor mit 24,2 Megapixel besitzt und von einem Digic 6-Prozessor angetrieben wird. Zudem wird verraten, dass die EOS 80D bis zu 7 Fotos pro Sekunde schießen kann und einen 45 Cross-Type-Point mit 45 Autofokuspunkten besitzt. Nach dem Auspacken der Kamera offenbaren sich die Zubehörteile, inklusive LP-E6N Akku (1865 mA) und EF-S 18-135 IS USM Objektiv.

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Weiter geht es mit dem Ladegerät für den Akku und die entsprechenden Handbücher. Alle Komponenten sind noch einmal separat verpackt. Pappeinschübe sorgen auch für ein gewisses Maß an Stoßfestigkeit. Ist die Canon 80D erst einmal vom Karton befreit, macht sich die solide Verarbeitung des staub- und spritzwassergeschützten Polccarbonat-Gehäuses bemerkbar. Die Haptik ist hochwertig und man stellt recht schnell fest, ein Qualitätsprodukt in der Hand zu halten. Ohne Zusatzobjektiv, welches es einzeln aber auch in einem Kit gibt, wiegt die 80D 730 Gramm. Das Objektiv wiegt 500 Gramm. Zusätzlich ist auch ein 80D Trageriemen mit enthalten.

Der Body der 80D ist 14 cm lang, 10 cm hoch und 8 cm tief. Zu bieten hat die 80D einen Kopfhöreranschluss, einen Mikroeingang für ein externes Mikro sowie ein Fernauslöser-Anschluss an der Seite. Zudem findet ihr auch einen Mini-USB- und HDMI-Anschluss. USB 3.0 ist nicht vorhanden. An der Unterseite sind der Standard-Stativanschluss und das Akkufach für den LP-E6N-Akku vorzufinden. Im Übrigen könnt ihr auch den alten E6-Akku nehmen. Die SD-Karte kann an der Seite eingeführt werden. Im Kit ist keine Speicherkarte enthalten. Wir haben dafür eine Sandisk Extreme (90 MB/s) (bei Amazon ab 17.99 Euro) mit 32 GB im Einsatz. Die EOS 80D unterstützt jedoch mühelos bis zu 128 GB große Karten.

Displays

Auf der Oberseite ist ein 3 Zoll großes Display integriert, das bei Bedarf beleuchtet werden kann. Somit gelingt auch eine fehlerfreie Bedienung bei mäßigen Lichtverhältnissen. An diesem Kopfdisplay können die Setting entsprechend eingestellt werden. Das ist eine gute Art, wenn man Strom sparen möchte. Eine gelungene Alternative ist allerdings das schwenk- und drehbare 7,7 Zoll große LCD-Touchsdisplay mit 1,04 Millionen Bildpunkten. Das Display deckt vollkommen ab und kommt sich nicht mit den Anschlüssen ins Gehege. Der Kamera-Bildschirm bietet eine Smartphone-ähnliche Zoomfunktion und erlaubt es Einstellungen einfach und schnell vornehmen zu können.


Die Benutzerfreundlichkeit

Canon besticht auch bei der 80D mit einer ziemlich einfachen und intuitiven Menüführung. Das Interface ist farblich schön abgestimmt und es gibt keine Buttonbesetzungen, die erst aufwendig nachgeschlagen werden müssen. Das Menü ist selbsterklärend, auch für Laien, Anfänger und Umsteiger.

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Der optische Sucher

Praktisch ist auch der große optische Sucher, der Strom spart und alle Informationen in der Unterseite anzeigt. Zudem ist der Sucher recht hell und ermöglicht einen genauen Blick auf das Motiv.

Blick durch den großen optischen Sucher.

Blick durch den großen hellen Sucher.

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Verschluss mit Silent-Modus

Der Verschluss der 80D kann auf ein bis zu 1/8.000 die Sekunde minimiert werden. Es stehen verschiedene Modi, wie etwa auch ein Silent-Modus zur Verfügung. In diesem ist der Verschluss kaum hörbar. Im Highspeed-Modus können bis zu 7 Fotos die Sekunde geschossen werden. Das ist schon ziemlich flott. 100 Fotos am Stück im JPEG-Format oder 25 Bilder im Raw-Format sorgen für gelungene Actionszenen-Aufnahmen.

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Dual-Pixel CMOS Autofokus

Der Dual-Pixel Autofokus ist ziemlich schnell und zeichnet das Kamera-Kit auch durchaus aus. Es ist schon beeindruckend wie schnell dieser bei Fotos aber auch bei Videos funktioniert und sich einstellt. Bei Tageslicht benötigt die EOS 80D von Canon gerade einmal 0,20 Sekunden und bei Dämmerungslicht 0,25 Sekunden, um das Motiv scharf zu stellen. Somit kann man blitzschnell zwischen Vorder- und Hintergrund wechseln. Auch die Gesichtserfassung funktioniert recht gut und auch weit in der Tiefe. Wird ein Gesicht erfasst, stellt die Kamera automatisch scharf, auch wenn man sich vom Objektiv entfernt. Die 70D kann das auch, steigt allerdings schon früher aus. Bei der 80D erfolgen die automatische Erfassung und das Nachstellen der Schärfe über einen recht großen Abstand. Manuelles Scharfstellen ist nicht nötig. Die Fokussierung kann jedoch zusätzlich auch per Finger-Tipp auf das Touchdisplay eingeleitet werden. Auch bei Fotoaufnahmen im Live-View konnte der Autofokus bei uns im Test überzeugen. Da hat Canon die Hausaufgaben gut gemacht und ermöglicht mit den 45 Messfeldern nun auch eine gute Bildabdeckung. Die 70D verfügt gerade einmal über 19 Messfelder. Das wurde stets auch kritisiert, da selbst Konkurrenzprodukte wie beispielsweise die Pentax K-3 über 27-AF Messfelder verfügen.

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Autofokus einmal im Vordergrund und im Hintergrund. Gewählter Modus: Kreativ

Der Kreativmodus (SCN)

Das lockbare Einstellrädchen offenbart unter der SCN-Einstellung auch einen Kreativ-Modus, den Hobbyfotografen durchaus ab und zu einmal nutzen dürften. In diesem Modus lassen sich beispielsweise die besten Einstellungen für HDR-Fotos, Nachtaufnahmen, Serienbildaufnahmen oder auch andere kreative Arbeiten auswählen. Auch in diesem Modus kann verfolgt und fokussiert die Kamera das Objekt ziemlich schnell.

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Der Videomodus

Wir haben die Canon 80D seit geraumer Zeit auch als Arbeitsgerät im Einsatz und möchten dabei den Videomodus auch nicht missen. Für Interviews ist ein externes Mikro von Nöten, um einfach auch eine gute Tonqualität sicherstellen zu können. Das interne Kameramikro reicht für Hobby-Filmaufnahmen jedoch aus. Videos kann die Canon EOS 80D leider nicht in 4K aufnehmen. Dafür besteht allerdings die Möglichkeit in MOV oder MP4 aufzeichnen zu können. Full-HD-Aufnahmen können mit bis zu 60 Bildern die Sekunde getätigt werden. Wir empfehlen die Einstellungen, für Slow-Motion-Videos, oder für rasante Drehs. Der Ton kann stets manuell angepasst werden (Audio-Aufnahmepegel) und lässt sich auch über Kopfhörer überprüfen. Die Lautstärke der Kopfhörer kann ebenfalls unter dem Punkt „Tonpegel“ einstellen.

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Objektiv

  • Vielseitig einsetzbares 18 – 135 mm Weitwinkel-Zoomobjektiv
  • Ermöglicht verschiedenste Aufnahmesituationen
  • Nano USM für einen schnellen AF bei Fotoaufnahmen und einen kontinuierlichen, leisen AF bei Videoaufnahmen
  • Gestochen scharfe Fotos dank 4-Stufen-Bildstabilisator
  • Dynamic IS für ruhige Videoaufnahmen
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Nahaufnahmen sind mit dem gewählten Objektiv möglich. Ab einer gewissen Gefahr, dass das Bild nicht mehr die gewünschte Schärfe erhalten kann, warnt der Autofokus mit roten AF-Kästchen.

Erstmals integrierte Zeitraffer-Funktion

Zum ersten Mal bringt Canon auch eine integrierte Zeitraffer-Funktion mit. Diese bekommt ihr unter dem Punkt „Intervall/Aufnahme einstellen“ präsentiert. Dabei kann zwischen einer und 99 Aufnahmen oder sogar unendlich Aufnahmen gewählt werden. Wir empfehlen dabei die Kamera auf einem Stativ zu installieren, die Einstellungen komplett auf manuell zu stellen und loszulegen. Die Aufnahmen können anschließend dann mit Hilfe einer Software zu einem Video zusammengeführt werden. Die Kamera selbst kann das bisher noch nicht.

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Die Low-Light-Performance

Bei diesem APSC-Modell von Canon ist die Low-Light-Performance deutlich besser geworden. So kann auch bei widrigeren Lichtverhältnissen solide geknipst werden. Bis ISO 6.400 ist das Rauschverhalten ziemlich gut. Alles was dann höher wird, ist für den kleinen Sensor noch stemmbar. Jedoch gehen mit der Zunahme der ISO-Werte auch immer mehr Details verloren. Die maximale ISO liegt bei 25.600.

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Nachtbild im Automodus ohne Zoom

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Maximaler Zoom im Automodus

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Mittag bei mäßigen Lichtverhältnissen

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Maximaler Zoom

Lowlight Nacht und leichter Nebel

Lowlight Nacht und leichter Nebel

Voller Zoom bei Lowlight und Nebel in der Nacht

Voller Zoom bei Lowlight und Nebel in der Nacht

Smartphone Support

Dank der kostenlosen und für Android und iOS als Download zur Verfügung stehenden Canon Connect App, könnt ihr die 80D auch mit dem Smartphone verbinden.

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Das Ganze geschieht beispielsweise per WLAN oder auch NFC. Die Schritte vom Download der App bis zur finalen Verbindung und Fernsteuerung der Kamera werden detailliert und gut nachvollziehbar im Display angezeigt und auch in der App ist das Ganze noch einmal als Tutorial aufgezeigt. Wir hatten nach erstmaliger Nutzung nach ungefähr einer Minute die Verbindung hergestellt. Das Tolle daran ist, dass das Smartphone nicht nur als Fernauslöser und Second-Screen genutzt werden kann. Hierüber lässt sich schließlich auch der Autofokus verstellen und die Fotogröße sowie Videoauflösung festlegen. Das hat den großen Vorteil, dass über die App abgespeicherte Bilder auch direkt auf das Smartphone geladen werden können und dabei nicht so viel Speicher verschlingen. Insgesamt ist das ziemlich praktisch, wenn per Canon 80D geschossene Bilder recht schnell beispielsweise über soziale Netzwerke verteilt werden sollen. Zwischenschritte wie etwa die SD-Karte entnehmen, in den Computer einfügen und die Bilder dann importieren, fallen weg. Das ist durchaus praktisch und spart eine Menge Zeit.

Video: Canon EOS 80D vs EOS 70D

Fazit

Mit der 10er-Serie richtet sich Canon an ambitionierte Hobby-Fotografen. Das neuste Model – die Canon 80D- kommt mit kleinen aber dennoch ziemlich gelungenen Updates im Vergleich zu dem Vorgängermodell daher. Der große Sucher und das flexible große Display sind begrüßenswert und lassen die Kamera auch durchaus als solide Vlogging-Kamera durchgehen. Auch das neue Kit-Objektiv EF-S 18-135mm 1:3,5-5,6 IS USM, welches überhaupt das erste Canon-Objektiv mit Nano USM (einem neuen Autofokus-Antrieb) ist, überzeugt in der Gänze. Mit 45 Messfeldern und einer deutlich größeren Bildabdeckung arbeitet der Autofokus der Canon 80D um ein Vielfaches besser als bei der 70D. Das ist ein wirklich gutes Upgrade-Kriterium. Die neue Technologie ist sehr schnell und auch leise. Das ermöglicht unter anderem auch gute Serienbildaufnahmen im Actionmodus.
Schade ist allerdings, dass die Canon 80D noch nicht über einen 4k-Modus verfügt. Vergleichbare Modelle in der Preisklasse können auch super hochauflösend. Bei der 80D ist bei 60 Bildern die Sekunde Schluss. Die maximale Auflösung beträgt 1920×1080 Pixel.

Insgesamt ist die Canon EOS 80D eine Kamera für anspruchsvolle Fotografen aber auch Einsteiger. Die großzügige Ausstattung und das richtig gute Display mit Multitouch-Funktion runden das Ganze entsprechend ab. Die Canon EOS 80D ist gut im Handling und lässt sich auch „sicher“ greifen. Die Videoqualität und auch die Dynamik der Fotos überzeugen. Besonders gelungen ist jedoch der Dual-Pixel Autofokus, samt seiner Schnelligkeit. Auch im schwachen Licht muss sich der Sensor nicht verstecken. Für knapp 1000 Euro finden hier alldiejenigen ein gutes Gerät, die eine gute Video, Foto und oder Sportkamera suchen. Wir stufen das Modell zwischen Anfänger und Fortgeschrittene ein.

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Preis und Verfügbarkeit

Die Canon EOS 80D kostet zusammen im Kit mit dem 18-135mm IS USM Objektiv 1.499,00 Euro. Ohne dem neuen Objektiv beträgt der Endpreis direkt bei Canon 1.180 Euro. Die 80D gibt es auch mit dem 18-55mm IS STM Objektiv und kostet dann 1.257 Euro. Bei Canon ist die Kamera mit Objektiv jeweils aktuell ausverkauft. Bei Amazon werdet ihr bei dem von uns getestetem Kit bei 1.497,66 Euro fündig.

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