Die chinesische Raumstation Tiangong 1 wurde im September 2011 ins All gebracht und hat dort verschiedene Missionen absolviert. So wurden unter anderem Andockmanöver mit Raumschiffen geübt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, den Betrieb der Nachfolgestation Tiangong 2 zu ermöglichen. Diese soll dauerhaft im All verbleiben und zumindest teilweise auch bewohnt sein. Seit März 2016 haben die chinesischen Raumfahrtbehörden allerdings die Kontrolle über Tiangong 1 verloren. Die Station sinkt somit immer weiter ab in Richtung Erde – und zwar mit zunehmender Geschwindigkeit. Aktuell befindet sie sich in einer Höhe von etwa 311 Kilometern. Sämtliche Versuche, die Kontrolle wieder zu gewinnen, schlugen fehl, so dass die Raumstation aufgegeben werden musste.


Flagge China
Foto: Alexander Trisko

Der Großteil der Station wird einfach verglühen

Dies könnte nun aber zum Problem werden. Denn ursprünglich war vermutlich geplant, die Raumstation gezielt über einem Ozean abstürzen zu lassen. So wurde beispielsweise auch bei der russischen Station Mir verfahren. Aufgrund des Kontrollverlusts ist dies nun allerdings keine Option mehr. Stattdessen wird die Tiangong 1 in einigen Monaten unkontrolliert in die Atmosphäre eintreten. Die meisten Teile werden dabei schlicht verglühen. Experten sagen aber auch: Teile mit einem Gewicht von bis zu 100 Kilogramm könnten auf die Erde stürzen – und mit etwas Pech auch auf Landmasse treffen. Sicher prognostizieren lässt sich aktuell aber weder der Zeitpunkt des Absturzes noch der Ort. Noch gibt es schlicht zu viele Variablen, die sich jederzeit ändern können.

Die chinesischen Behören kommunizieren nicht offen

Im schlimmsten Fall könnte der Absturz daher verschiedene Folgen haben: Neben Schäden auf der Erde ist es beispielsweise auch möglich, dass der Flugverkehr in dem betroffenen Gebiet eingestellt werden muss. Die chinesischen Behörden versichern allerdings: Die Wahrscheinlichkeit von tatsächlichen Schäden ist gering. Dies wurde so auch dem Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen mitgeteilt. Allerdings sind die chinesischen Weltraumforscher nicht gerade für ihre Offenheit und Transparenz bekannt. Bis heute wurde beispielsweise nur indirekt eingeräumt, dass sich die Tiangong 1 nicht mehr steuern lässt. Aktuell gehen Experten davon aus, dass die Raumstation zwischen Dezember 2017 und Februar 2018 in die Atmosphäre eintreten wird.


Via: The Guardian

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