Automaten für Cola und verschiedene Snacks gibt es bereits seit vielen Jahrzehnten. Der chinesische Online-Händler Alibaba will das Konzept nun aber auf eine eher ungewöhnliche Branche übertragen: Die Automobilindustrie. Dafür hat der asiatische Gegenspieler von Amazon zunächst eine spezielle Funktion in seine Shopping-App Taobao integriert. Nutzer können nun parkende oder vorbei fahrende Autos, die ihnen gefallen, einfach fotografieren. Die Software erkennt dann automatisch, um welches Modell es sich handelt. Ein ganz praktisches Feature, das zukünftig um eine weitere Komponente erweitert werden soll. So werden in Shanghai und Nanjing zwei sogenannte „Tmall“-Automaten aufgestellt. Dort können die Nutzer auf Wunsch das entsprechende Auto abholen und für drei Tage testen. Auch der anschließend mögliche Kauf wird über die App abgewickelt.


Foto: Alibaba Group

Für die Nutzung ist ein gutes Kreditranking nötig

Hat der User ein interessantes Auto gefunden, muss er in der App zunächst seine persönlichen Informationen eintragen, ein Selfie machen und eine Kaution hinterlegen. Anschließend kann er zu einem der Verkaufsautomaten im Riesenformat gehen und wird dort per Gesichtserkennung identifiziert. Bei einer Übereinstimmung gibt die Maschine schließlich das gewünschte Fahrzeug heraus. Allerdings gibt es einige Einschränkungen: Nutzen können den Service nur Personen, die im von Alibaba entwickelten Kreditranking – dem Sesame Credit System – eine Punktzahl von über 700 besitzen – also als kredit- und vertrauenswürdig gelten. Außerdem ist die Zahl der Ausleihen begrenzt. Das System kann also nicht als Ersatz für ein eigenes Auto genutzt werden.

Viele Online-Händler setzen auch wieder auf Offline-Angebote

In den nächsten Jahren sollen in China zudem Dutzende weitere Automaten für die Herausgabe von Autos aufgestellt werden. Der Ansatz ist aber nicht nur aufgrund der riesigen Maschinen von Interesse. Vielmehr zeigt er auch die Grenzen des Online-Handels auf: Bei teuren Anschaffungen wie Autos möchten die Menschen offensichtlich zuvor einmal das Produkt testen. Alibaba, das ursprünglich als reiner Online-Händler zu einem der größten Unternehmen Chinas wurde, hat daher in den letzter Zeit verstärkt auch in den Offline-Handel investiert. Amazon tut dies ebenfalls – allerdings in einer anderen Branche: Der US-Onlinehändler kaufte vor kurzem mit Whole Foods einen Betreiber von Biosupermärkten.


Via: Engadet

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