Solarstraßen wirken grundsätzlich wie eine gute Idee, weil dafür Flächen genutzt werden, die ohnehin schon verbaut sind. Der Landwirtschaft werden dadurch also beispielsweise keine Äcker weggenommen. Ein Problem gibt es allerdings: Die Effizienz ist noch deutlich zu niedrig. Bei einem Test in den Niederlanden etwa lag die Produktion nur bei rund dreißig Prozent verglichen mit auf Hausdächern installierten Solarmodulen. Gleichzeitig ist die Installation von Solarstraßen aufwändig und teuer. Dennoch sind viele Wissenschaftler und Unternehmen von dem Ansatz fasziniert und möchten ihn weiter entwickeln. In China entsteht daher aktuell die längste Solarstraße der Welt. Diese liegt in der Stadt Jinan und wird rund zwei Kilometer lang sein.


Selbst Busse können die Solarstraße problemlos befahren. Foto: Xinhua

Die Straßenbeleuchtung wird zukünftig mit Solarstrom betrieben

Die Konstruktion besteht aus drei Schichten:

1. Die unterste Ebene hat die Aufgabe, die Straße vom Rest des Erdreichs zu isolieren.


2. In der Mitte befinden sich schließlich die eigentlichen Solarmodule. Hier wird der saubere Strom produziert.

3. Auf der Oberfläche wiederum findet sich ein spezieller „transparenter Beton“. Dieser ist fest genug, um das Gewicht von zahlreichen Autos auszuhalten, lässt Sonnenstrahlen aber ungehindert passieren.

Insgesamt wurde auf diese Weise eine Fläche von 5.875 Quadratmetern für die Produktion von nachhaltigem Solarstrom gewonnen. Dort sollen zukünftig rund eine Millionen Kilowattstunden Strom gewonnen werden. Damit soll dann zum einen die Straßenbeleuchtung betrieben werden und zum anderen ein spezielles System, um die Straße im Winter von Schnee freizuhalten.

Langfristig könnten Solarstraßen auch für den Stromtransport genutzt werden

Die Kosten für die Solarstraße waren allerdings vergleichsweise hoch: Sie lagen bei umgerechnet rund 384 Euro pro Quadratmeter. Dies entspricht in etwa dem zehnfachen einer normalen Straße in China. Aus rein wirtschaftlicher Sicht machen Solarstraßen also noch keinen Sinn. Allerdings bringen sie – großflächig zum Einsatz gebracht – noch einen weiteren Vorteil mit sich: Theoretisch können sie als eine Art besondere Stromleitung genutzt werden und so den Transport der Erneuerbaren Energien vereinfachen. Die nur rund zwei Kilometer lange Strecke in China bringt diesen Vorteil allerdings natürlich noch nicht mit sich. Sie könnte aber dazu beitragen, unter Beweis zu stellen, dass die Technik tatsächlich funktioniert – ähnliche Projekte gibt es allerdings auch bereits in Frankreich und den Niederlanden.

Via: Treehugger

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