Bisher sind Lieferdrohnen vor allem für Transporte auf der sogenannten letzten Meile geplant. Sie bringen also beispielsweise ein Paket aus einem zentralen Lager direkt zum Endkunden. Dabei müssen in der Regel keine größeren Lasten transportiert werden. Der chinesische Konzern JD.com, mit rund 200 Millionen Kunden einer der größten Online-Händler des Landes, will nun allerdings noch einen Schritt weiter gehen: In der Provinz Shanxi soll ein Netzwerk für Drohnentransporte aufgebaut werden. Zukünftig sollen dann nicht nur einzelne Bestellungen per Luftpost abgewickelt werden, sondern beispielsweise auch der Transport von Agrarprodukten in die Städte. Bisher wurden dafür in der Regel Lastwagen genutzt. Um diese Vision mit Leben zu füllen, muss die Drohnentechnologie allerdings noch Fortschritte machen.


Zukünftig sollen auch schwere Lasten per Drohne transportiert werden. Foto: JD.com

Reichweite und Tragkraft müssen noch gesteigert werden

Zum einen müssen zukünftig ganz andere Lasten transportiert werden. Es ist etwas anderes eine einzelne Amazon-Bestellung auszuliefern als die tägliche Kartoffelernte durch eine Provinz zu fliegen. Der chinesische Konzern hat daher auch bereits angekündigt, eine Drohne präsentieren zu wollen, die mehr als eine Tonne transportieren kann. Dies würde einen Meilenstein darstellen. Noch vor rund einem Jahr schafften es Studenten ins Guiness Buch der Rekorde, weil sie eine Drohne konstruierten, die 61 Kilogramm in die Luft heben konnte. Außerdem muss die Reichweite der Flugobjekte vergrößert werden. Erst vor kurzem wurde in diesem Bereich ein Weltrekord aufgestellt, als eine Drohne Waren über 150 Kilometer transportierte. Die Distanzen in der Provinz Shanxi sollen allerdings mehr als 300 Kilometer betragen.

Drohnen sollen die Kosten des Warentransports senken

Grundsätzlich ist die Idee, abgelegene oder schwierig zu erreichende Gebiete über neue Formen der Luftfracht an den nationalen Warentransport anzuschließen, nicht neu. So hat eine Studie beispielsweise ergeben, dass der Norden Kanadas theoretisch deutlich besser mit Luftschiffen versorgt werden könnte. Bisher kommen dafür zumeist Flugzeuge zum Einsatz, die allerdings eine aufwändige Infrastruktur benötigen und sehr teuer sind. Dadurch sind zum einen Konsumprodukte in den betroffenen Gebieten sehr teuer, zum anderen können vor Ort produzierte Waren aber auch nur schwer anderswo verkauft werden. Transportdrohnen könnten zur Lösung dieser Problematik beitragen.


Via: New Atlas

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