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China möchte als erste Nation die andere Seite des Monds erkunden

Die chinesische Weltraumbehörde CNSA gab kürzlich bekannt, erneut auf dem Mond landen zu wollen. Und zwar geht es den Chinesen um die erdabgewandte Seite des Erdtrabanten. Die Mission soll weitere Erkenntnisse über den Mond bringen.

Mond

Foto: Dino Abatzidis, via Flickr. CC BY-NC-SA 2.0

Die andere Seite des Monds stellt eine Herausforderung dar

Die CNSA taufte die entsprechende Mission auf den Namen Chang’e 4 und setzte den Start auf Ende 2018 an. Mit Chang’e 4 möchte die Behörde an den Erfolg der Chang’e 3 Mission anknüpfen. Deren Lander landete 2013 erfolgreich auf der Oberfläche des Mondes und setzte dort einen Rover namens Yuvu ab. Zwar war dieser ab der zweiten Nacht zur Bewegungslosigkeit verdammt, aber er lieferte weiterhin Daten, die zur Entdeckung einer neuen Art Mondgesteins führte.

Die nächste Mondmission Chinas soll also auf die Seite führen, die der Erde abgewandt ist. Da der Mond bei seinem Orbit um die Erde je Umlauf exakt einmal rotiert, ist diese Seite immer von der Erde weg gewendet. Oft wird sie als “dunkle Seite” des Mondes tituliert, was aber nicht zutrifft – es gibt dort genauso viel Sonnenschein wie auf der erdzugewandten Seite. Allerdings ist dort nie ein von Menschen geschaffenes Objekt gelandet, ob bemannt oder unbemannt. Die erdabgewandte Seite des Mondes ist nicht schwerer oder leichter zu erreichen als die erdzugewandte. Das Problem bei der Sache ist jedoch die Kommunikation: Direkte Übertragungen von der Erde zur erdabgewandten Seite des Mondes sind aufgrund der fehlenden direkten Linie nicht möglich.

Kommunikation per Relay-Stallit

Chinas Lösung für dieses Problem ist simpel: Die CNSA möchte einen Satelliten als Relay nutzen, um die Kommunikation zu einem Lander auf der abgewandten Seite des Mondes zu ermöglichen. Dieser soll sich nicht im Orbit des Erdtrabanten aufhalten, sondern seine Position an einem der fünf Erd-Mond [Lagrange-Punkte] einnehmen. Dabei handelt es sich um Positionen, an denen die Gravitationskräfte und Orbit-Bewegungen des Mondes, der Erde und des Raumfahrzeuges sich neutralisieren und so eine stabile Position erschaffen. Der Punkt, der ausgewählt wurde, ist der L2-Punkt, der etwa 67.000 km hinter dem Mond liegt.

Direkt an diesem Punkt würde der Mond die Erde komplett verbergen und so die Kommunikation weiter behindern. Dies kann jedoch mit einem sogenannten “Halo Orbit” gelöst werden, einem Orbit, der um den L2-Punkt herumführt und eine direkte Sichtverbindung zur Erde ermöglicht. Der Relay-Satellit müsste diesen Orbit aktiv beibehalten, aber hierfür wäre nur wenig Treibstoff erforderlich.

Landung im Südpol-Aitken-Becken

Bisher ist nicht bekannt, wo genau die Chinesen landen wollen, aber es wird davon ausgegangen, dass der Landeort irgendwo im Südpol-Aitken-Becken liegen wird. Dieses hat einen Durchmesser von 2500 km und ist etwa 8 km tief und ist der größte Einschlagskrater auf de Mond. Anders als die Krater auf der erdzugewandten Seite wurde das Südpol-Aitken-Becken nicht mit Lava geflutet, sodass dort einmalige Bedingungen herrschen um die Kruste des Mondes zu erforschen. Es ist sogar möglich, dass am Boden des Beckens Stücke des Mantels des Mondes verstreut sind.

Sollte die Mission und ihre Folgemission Chang’e 5 gelingen, dann ist der nächste logische Schritt für China, wieder Astronauten auf den Mond zu schicken. Dabei würde die CNSA eher mit der europäischen ESA als mit der amerikanischen NASA konkurrieren. Letztere hat sich den Mars als nächstes Ziel ausgesucht.

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