Je weiter sich eine Raumsonde von der Erde entfernt, desto komplizierter wird natürlich auch die Steuerung. Sämtliche Nationen mit großen Ambitionen in der Weltraumforschung arbeiten daher an neuen Formen der Navigation im Weltall. China ist in diesem Zusammenhang aktuell das erste Land, das eine Steuerung mit Hilfe von Röntgenpulsaren in der Praxis testet. Das System funktioniert dabei ähnlich wie das GPS auf der Erde und soll es den Flugobjekten ermöglichen, selbstständig die eigene Position im Weltall zu bestimmen – und zwar auf rund fünf Kilometer genau. Getestet wird die neue Technologie im Moment durch den Satelliten XPNAV-1, der vor kurzem ins All gebracht wurde.


Bild: China Aerospace Corporation
Bild: China Aerospace Corporation

Die Röntgendetektoren benötigen heute deutlich weniger Platz

Das selbstständige Weltraum-Navigationssystem arbeitet mit sogenannten Pulsaren. Dabei handelt es sich um rotierende Neutronensterne, die auf einer bestimmten Achse jeweils eine konstante Strahlung abgeben. Nutzt man nun mindestens drei dieser Strahlungsachsen, lässt sich daraus die eigene Position bestimmen. Theoretisch ist diese Möglichkeit bereits seit längerem bekannt. Bisher konnte man allerdings lediglich die gesendeten Mikrowellenstrahlen empfangen. Für eine konkrete Positionsbestimmung hätte man dann allerdings Antennen mit einer Fläche von 150 Quadratmetern benötigt – was für die Nutzung in der Raumfahrt natürlich zu groß war. Inzwischen ist es allerdings auch möglich, die von den Pulsaren gesendeten Röntgenstrahlen zu nutzen. Die dazu benötigten Röntgendetektoren nehmen deutlich weniger Platz in Anspruch.

Auch die ISS soll ein entsprechendes Modul erhalten

Der nun durch das All navigierende Satellit hat dabei zwei Detektoren an Bord und wird die Technik erstmals in der Praxis erproben. Die dabei gesammelten Daten sollen dann genutzt werden, um die Technologie weiter zu verbessern. Die beteiligten Wissenschaftler hoffen, langfristig eine genauere und von der Erde unabhängige Form der Navigation entwickeln zu können. Aktuell scheint China dabei die Nase in Sachen Navigation mit Hilfe von Röntgenpulsaren leicht vorne zu haben. Aber auch die anderen Weltraumnationen arbeiten an entsprechenden Systemen. So soll die Weltraumstation ISS bereits im nächsten Jahr ebenfalls mit einem ähnlichen Navigationsmodul ausgestattet werden.


Via: Popsci

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