Technologieunternehmen aus aller Welt arbeiten momentan an der Entwicklung von selbst fahrenden Autos. Forscher der chinesischen Nankai University haben nun allerdings einen anderen Ansatz ausprobiert. In Zusammenarbeit mit dem Automobilkonzern Great Wall Motor entwickelten sie ein Fahrzeug, dass zwar weiterhin einen Fahrer benötigt – dieser kann das Auto aber alleine mit seinen Gedanken steuern. Anwendung finden könnte diese Art der Steuerung in zwei Bereichen: Einmal bei körperlich beeinträchtigten Personen, die so trotzdem Auto fahren können. Zum anderen könnte die Gedankensteuerung die Bedienung der Bordelektronik deutlich vereinfachen. Autofahrer müssten dann nicht mehr verschiedene Knöpfe drücken, sondern könnten sich beispielsweise einfach einen bestimmten Radiosender gedanklich wünschen.


Gehirnareale
Foto: brain lobes, Allan Ajifo, Flickr, CC BY-SA 2.0

Ein Computer verwandelt die Messdaten in konkrete Anweisungen

Bis dahin ist es allerdings noch ein recht weiter Weg. Beim ersten Prototypen des gedankengesteuerten Autos müssen dem Fahrer noch insgesamt 16 Sensoren angelegt werden, die die EEG-Signale des Gehirns auswerten. Diese Daten werden dann an einen integrierten Computer weitergeleitet, der die Hirnströme analysiert und daraus eine konkrete Handlungsanweisung erstellt. Diese wird vom Fahrzeug dann umgesetzt. Bisher kann der Fahrer auf diese Weise das Auto öffnen und verschließen, sowie vorwärts- und rückwärtsfahren. Auch das Bremsen per Gedankenauswertung ist möglich. Das Ganze funktioniert aber nur auf gerader Strecke – Kurven können so noch nicht gefahren werden.

Das Projekt dient der Grundlagenforschung in Sachen Gedankensteuerung

Trotzdem halten die beteiligten Forscher ihr Projekt für zukunftsrelevant: „Letztlich müssen Autos – ob fahrerlos oder nicht – und Maschinen den Menschen dienen. Von daher muss der Wille der Leute erkannt werden. Unser Projekt sorgt dafür, dass Autos dem Menschen besser dienen können“, erklärt Professor Duan Feng, der das Forschungsprojekt leitete. Mit anderen Worten: Es handelt sich um Grundlagenforschung, um die Kommunikation per Gedankensteuerung grundsätzlich zu verstehen und zu etablieren. Folgerichtig ist zunächst auch nicht geplant, ein gedankengesteuertes Auto serienmäßig zu produzieren. Es ist aber durchaus möglich, dass wir zukünftig auf diese Weise mit unseren fahrerlosen Autos kommunizieren.


Via: Techworm

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