Mit der CRISPR-Genschere lassen sich gezielte Veränderungen an der DNA vornehmen – und zwar deutlich exakter und kostengünstiger als bei allen zuvor bekannten Methoden. Die neue Technik hat daher bei Wissenschaftlern in aller Welt für Begeisterung gesorgt. Tatsächlich sind die Anwendungsmöglichkeiten vielfältig und reichen von der Verhinderung von Erbkrankheiten bis hin zur Krebsbekämpfung. Bisher wurden Zellen, die mit der Genschere verändert wurden, allerdings noch nicht wieder bei einem Menschen eingesetzt. Eine klinische Studie an der chinesischen Sichuan University geht aktuell aber genau diesen Weg. Dort bekommen Patienten mit Lungenkrebs eine spezielle Behandlung, die auf dem gezielten Einsatz der neuen Genschere basiert.


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Die Forscher wollen die Reaktion des Körpers beobachten

Konkret entnahmen die Forscher den Patienten Zellen und deaktivierten dort ein bestimmtes Protein. Dieses limitiert im Normalfall den Einsatz der Imunabwehr der Zellen – eine Funktion, die von den Krebszellen ausgenutzt wird. Die Forscher hoffen nun, dass durch die gezielte Veränderung eine körpereigene Abwehr aktiviert werden kann. Bei insgesamt zehn Probanden werden daher im Verlauf der Studie entsprechend behandelte Zellen eingesetzt. In erster Linie handelt es sich allerdings noch um eine Art Sicherheitstest. Die Wissenschaftler wollen vor allem beobachten, welche Nebenwirkungen und ungeplanten Veränderungen durch den Einsatz der genveränderten Zellen auftreten. Die Probanden werden daher ein halbes Jahr lang regelmäßig intensiv untersucht und auch anschließend im Blickfeld der Forscher verbleiben.


Ein Wettlauf zwischen China und den USA beginnt

Experten sehen im Zusammenhang mit der CRISPR-Genschere bereits einen Forschungswettlauf zwischen den USA und China heraufziehen. Beide Länder dürften ein Interesse daran haben, die neue Technologie so schnell wie möglich vollständig zu beherrschen und zum Einsatz zu bringen. Diese Entwicklung ist aber durchaus positiv zu sehen, denn durch die Konkurrenz werden Ressourcen freigesetzt, die ansonsten vielleicht in andere Projekte fließen würden. Ein ähnlicher Effekt war beispielsweise auch im Kalten Krieg im Bereich der Raumfahrt zu beobachten. Bereits Anfang kommenden Jahres soll jedenfalls auch in den USA eine erste CRISPR-Studie mit menschlichen Probanden beginnen.

Via: Nature

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