Den aktuellen Planungen zufolge wird die internationale Raumstation ISS nur bis zum Jahr 2024 im All verbleiben. Anschließend ist eine Privatisierung denkbar, aber auch ein gezielter Absturz. China hat in der Vergangenheit immer mal wieder versucht, sich an dem Projekt zu beteiligen. Dies scheiterte aber am Veto der Vereinigten Staaten. Daher hat sich das Reich der Mitte inzwischen zum Bau einer eigenen Raumstation entschlossen. Diese trägt den Namen Tiangong 2 und befindet sich seit September vergangenen Jahres im All. Anders als die ISS besteht sie allerdings nur aus einem Modul und ist nicht dauerhaft bemannt. Im Oktober waren allerdings zwei Taikonauten an Bord der Raumstation und führten verschiedene Experimente durch.


So soll später einmal die Raumstation Tiangong 3 aussehen. Via: Popsci Copyright: Adrian Mann, www.bisbos.com

Pro Flug können bis zu sechs Tonnen Material transportiert werden

Nun ist den chinesischen Ingenieuren bei einer weiteren wichtigen Komponente ein Durchbruch gelungen. Der Raumfrachter Tianzhou 1 – was so viel wie Himmelsschiff bedeutet – ist zu der Raumstation geflogen und hat dort selbstständig angedockt. Solche Manöver gelten technisch als sehr anspruchsvoll. Die erfolgreiche Erprobung zeigt, dass China zumindest technisch auf einem sehr guten Weg ist, die Vision einer eigenen bemannten Raumstation zu verwirklichen. Ins All gebracht wurde der Raumfrachter durch die ebenfalls selbst entwickelte Trägerrakete Langer Marsch 7. Der Raumfrachter Tianzhou 1 ist rund zehn Meter lang und besitzt einen Durchmesser von 3,35 Metern. Mit ihm können bis zu sechs Tonnen an Material und Treibstoff ins All geflogen werden.

Neben der Raumstation soll auch ein Weltraumteleskop ins All gebracht werden

Schon zu Beginn der 2020er Jahre will China dann eine eigene große und bemannte Raumstation namens Tiangong 3 ins Weltall bringen. Kernstück wird ein Basismodul namens Tianhe 1, in dem auch die Taikonauten beherbergt sind. Das Modul verfügt zudem über fünf Andockstationen und einen Greifarm. Zu Beginn ist geplant, zwei weitere Module mit Forschungseinrichtungen an das Basismodul anzukoppeln. Die Versorgung der Raumstation dürfte durch den Raumtransporter Tianzhou 1 und dessen Fähigkeit selbstständig an die Raumstation anzudocken deutlich vereinfacht werden. Die chinesische Raumfahrt verfolgt zudem noch weitere ambitionierte Projekte: So ist ein eigenes Weltraumteleskop geplant und die Rückseite des Monds soll erforscht werden.


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1 Kommentar

  1. Christoph

    24. April 2017 at 11:26

    Soll diese Tiangong 3 nicht zwischen Erde und Mond platziert werden? Hoffentlich schaffen sie es.

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