Schlafen
Foto: E. Ersch Friedrichsthal-Saar CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Die Leistungsgesellschaft fordert große Opfer, so dass immer mehr Menschen auf wichtigen Schlaf und ihr Kopfkissen verzichten um noch mehr schaffen zu können. Der Tag geht schnell vorüber, vor allem wenn man viel zu tun hat und der Arbeitsalltag sehr stressig ist. Um so wichtiger sind Experten zufolge aber auch die Ruhestunden. Wer den Körper langfristig auf Schlafentzug setzt, der riskiert sogar Schädigungen im Gehirn. Mittelfristig müssen jedoch auch schon Einbußen im Hinblick auf die Denkleistung in Kauf genommen werden.


Schlafentzug ist bereits eine Volkskrankheit

In den Kreisen der Top-Manager brüstet man sich regelmäßig damit, dass vier Stunden Schlaf im Schnitt genügen. Schließlich würde das vollkommen ausreichen. Den Rest der Zeit, könne man schließlich sinnvoller nutzen. Schlaf als sinnlos und unnötig zu deklarieren ist jedoch ein großer Trugschluss. Es hat durchaus einen Sinn, dass wir im Schnitt ein Drittel unseres Lebens schlafen. Geert Mayer, Neurologe und Chefarzt der Hephata-Klinik in Schwalmstad, hält fest, dass wir im Vergleich zu den 1960er Jahren bereits im Schnitt ein bis eineinhalb Stunden weniger schlafen. Im Fazit bedeutet das, dass wir uns alle bereits im Feld des relativen Schlafentzugs befinden.

Vom 15. bis 19. September findet in München der Neurologen-Kongress. Inhalt ist unter anderem, die Vorgänge des menschlichen Gehirns während der Schlafphase näher zu erläutern. Knapp 7000 Fachläute aus verschiedenen Neurologischen Bereichen werden vor Ort sein um sich auszutauschen. So spielt Schlaf und ein etwaiger Schlafmangel bei einer Vielzahl von Erkrankungen eine nicht unwesentliche Rolle, merkt Kongresspräsident Wolfgang Oertel an. Überraschend ist auch die Zahl der mit Schlafstörungen geplagten Menschen. Ungefähr 10 Prozent der Bevölkerung kann nicht richtig einschlafen beziehungsweise durchschlafen. Schlaf ist jedoch ein wesentlicher Bestandteil in unserem Leben. Schlafentzug wird von den Experten schon länger als Volkskrankheit und nicht nur als verharmloste Befindlichkeitsstörung bezeichnet.


Warum ist Schlaf so wichtig?

Während des Schlafens transportiert das Gehirn bestimmte Abbauprodukte ab. Fehlt es an diesem, setzen sich die Produkte langfristig fest. Aktuellen Studien an Tieren zufolge konnte man beweisen, dass dauerhafte Schlafstörungen mit dem einhergehenden Schlafentzug auch Demenz fördern. Die Frühschädigung des Gehirns macht sich allerdings erst im Alter vermehrt bemerkbar. Kurzfristig sorgt Schlafentzug jedoch zu einem Abfall der Leistungsfähigkeit. Die Konzentration lässt schneller nach und auch das Denkvermögen baut ab. Auch die Merkfähigkeit leidet darunter. Wer für eine Klausur lernt, der sollte am Tag vor dem Termin nicht mehr bis in die Morgenstunden lernen. Schließlich ist ab einem gewissen Punkt Schluss mit der Aufnahmefähigkeit. In der Nacht während wir schlafen festigt das Gerhirn den erlernten Stoff. Wir lernen also beim Schlafen und nicht während des übermüdeten Durchpauken.

Wie viel Schlaf braucht man im Schnitt?

Es gibt Menschen, die genetisch bedingt weniger Schlaf benötigen. Andere wiederum fallen unter die Kategorie „Langschläfer“. Das gesunde Mittelmaß beträgt im Schnitt jedoch sieben Stunden Schlaf. Viele Menschen wissen jedoch nicht einmal, wie viel Schlaf sie nun benötigen. Es wird vermehrt auf sogenannte polyphasische Schlafmodelle zurück gegriffen. Diese versprechen kurze und intensive Schlafphasen um sich schnell zu erholen und gleichzeitig aber auch Zeit zu sparen. Absurd, wie viele Forscher meinen. Tests mit Studenten haben ergeben, dass 20 Minuten Schlaf keine zwei Stunden Mittagsschlaf kompensieren können.

Quelle: dpa

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