Die benötigte Rechenleistung nimmt weltweit immer stärker zu. Dafür verantwortlich sind nicht zuletzt Trends wie Big Data, künstliche Intelligenz und Cloud Computing. Schätzungen gehen davon aus, dass bereits heute alleine in Deutschland mehr als 50.000 Rechenzentren existieren. Das Dresdner Startup Cloud&Heat will sich diese Entwicklung nun auf interessante Art und Weise zunutze machen: Das Unternehmen hat einen Serverschrank entwickelt, in dem Wasser auf 60 Grad erhitzt werden kann. Damit wiederum können dann bis zu drei energieeffizient gebaute Einfamilienhäuser mit Wärme und Warmwasser versorgt werden. Einige namhafte Kunden konnten bereits für die Idee begeistert werden: So stehen die speziellen Serverschränke etwa zukünftig im Eurotheum, dem ehemaligen Sitz der Europäischen Zentralbank, in Frankfurt am Main.


Foto: Cloud&Heat

Die Prozessoren werden gekühlt und das Wasser warm

Die Idee ist vor allem auch deshalb so interessant, weil sie einen Nachteil von Rechenzentren in einen Vorteil umwandelt. Denn bisher müssen die Server in der Regel gekühlt werden – was zusätzliche Kosten mit sich bringt. In den Serverschränken von Cloud&Heat wird hingegen Wasser dicht an den Prozessoren vorbeigeführt. Dabei setzt der gewünschte Doppeleffekt ein: Die Server werden gekühlt und das Wasser erhitzt sich. Über einen Wärmetauscher wird die Hitze dann in einen Pufferspeicher geleitet und so nutzbar gemacht. Bisher hingegen geht die abgegebene Wärme in Rechenzentren zumeist ungenutzt verloren. Je nach gewünschter Ausstattung müssen Kunden für den Serverschrank mit Wärmefunktion zwischen 25.000 und 250.000 Euro bezahlen.

Die Rechenleistung kann von den Kunden frei genutzt werden

Damit ist die Anschaffung etwas teurer als bei konventionellen Serverschränken. Die Mehrausgaben können aber bereits innerhalb weniger Monate wieder hereingeholt werden. Denn die Kosten für die Kühlung reduzieren sich durch den Ansatz um rund die Hälfte. Wer einen Serverschrank von Cloud&Heat erwirbt, kann die Rechenleistung anschließend zudem frei nutzen. So gehören mittelständische Unternehmen zu den Käufern, die auch bisher bereits Rechenzentren für den eigenen Bedarf betrieben haben. Es ist aber auch möglich, die Rechenkapazitäten auf eigene Rechnung zu vermarkten. Dies hat beispielsweise der Energiekonzern Innogy vor. Das Unternehmen hat drei Serverschränke bestellt und will damit in erster Linie Häuser beheizen. Die vorhandene Rechenleistung wird dann beispielsweise für Cloud-Dienste zur Verfügung gestellt.


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.