Leonardo da Vincis bekanntestes Werk hängt im Pariser Louvre und ist überraschend winzig: Um die Mona Lisa genauer anschauen zu können, muss man schon sehr nahe herangehen – was aufgrund der Menschenmassen davor gar nicht so einfach ist. Da Vinci war aber nicht nur Maler, sondern gilt als einer der größten Universalgelehrten aller Zeiten. Er beschäftigte sich mit Architektur, war als Bildhauer aktiv, interessierte sich für die Anatomie des Menschen, betätigte sich als Naturphilosoph und war auch der Ingenieurskunst nicht abgeneigt. Seine Notizzettel sind daher in der Regel wahre Fundgruben. Von Aufzeichnungen über den Vogelflug bis hin zu Skizzen für den Bau von U-Booten lassen sich dort zahlreiche erstaunliche Dinge finden.


Nicht immer leicht zu erkennen, aber sehr interessant: Das Notizbuch von Leonardo da Vinci. Bild: The British Library

Lord Arundel kaufte das Notizbuch im 17. Jahrhundert

Bisher allerdings waren die Notizen in ihrer Gesamtheit und im Original nur für Wissenschaftler einsehbar. Die British Library hat dies nun geändert: Sie hat den sogenannten Codex Arundel vollständig digitalisiert. Dabei handelte es sich ursprünglich um eine Sammlung verschiedener Skizzen Da Vincis. Diese stammen hauptsächlich aus den Jahren 1480 bis 1518 und wurden nach dem Tod des Gelehrten zu einem Skizzenbuch zusammengebunden. Wer dies veranlasste und warum dies geschah, ist bis heute nicht bekannt. Im 17. Jahrhundert wurde das historische Stück schließlich durch Lord Arundel gekauft – und erhielt seinen heutigen Namen. Später ging es in den Besitz der Nationalbibliothek Großbritanniens über.

Die Notizen wurden in Spiegelschrift verfasst

Diese hat das gesamte Werk nun digitalisiert und kostenlos online in hoher Auflösung bereit gestellt. Interessierte Personen können dort nun beispielsweise Skizzen von Musikinstrumenten und Notizen zu einem Seemonster finden. Ganz einfach zu lesen ist das Werk allerdings auch für Experten nicht. Denn Da Vinci hat seine Notizen in Spiegelschrift angefertigt. Über die Frage, warum er dies tat, gibt es mehrere Theorien. Einige gehen davon aus, dass es sich um eine Art sehr frühen Kopierschutz handelt. Andere vermuten, der Gelehrte war Linkshänder und konnte so sicherstellen, dass die Tine nicht verschmiert wird. Klären lässt sich diese Frage auch mit einem Blick in die Original-Aufzeichnungen nicht.


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.