Home » Gesundheit » Krebsmedikament: Computer entschlüsselt Krebszelle

Krebsmedikament: Computer entschlüsselt Krebszelle

Kaum eine Krankheit beschäftigt Forscher so sehr wie der Krebs. Bislang gestaltete sich die Medikamenten-Entwicklung mühsam, hierbei spielt der Zufall noch immer eine viel zu große Rolle. Eine künstliche Intelligenz sammelte nun Trillionen von Daten über verschiedene Krebszellkulturen zur gezielten Arzneiherstellung.

artificial-intelligence-503592_1280

Künstliche Intelligenz entwickelt Medikamente

14 Trillionen Daten über jede Zellkultur gesammelt

Das Pharmaunternehmen Berg Health ist in Framingham, USA, ansässig – es geht einen spannenden neuen Weg in der Krebsforschung. Die Mitarbeiter sammelten seit 2009 Zellmaterial von etwa 1.000 an Krebs erkrankten Menschen, um dieses möglichst exakt zu untersuchen und auszuwerten. Allerdings sollten die Tumorzellen aus Leber, Lunge, Niere, Gehirn, Prostata und weiteren Organen nicht durch menschliche Forscher analysiert werden, sondern durch einen Computer. Die künstliche Intelligenz erforschte nicht nur äußerst exakt sämtliche Abläufe im Inneren der entarteten Zellen, sondern sie verglich diese auch mit gesundem Gewebematerial. Je Zellkultur kamen dabei 14 Trillionen Einzeldaten zusammen, die ein menschlicher Forscher zu seinen Lebzeiten gar nicht hätte bewältigen können.

capsule-1079838_1920

Gibt es bald ein datengeneriertes Medikament gegen Krebs?

Datensammlung als Basis für Medikamentenentwicklung

Die unzähligen Daten verarbeitete der Computer zu einer Karte, die äußerst detailliert sämtliche Zellaktivitäten auf dem Weg von der gesunden Zelle zur Krebszelle wiedergibt. Im direkten Vergleich zwischen Tumorgewebe und gesunder Zelle entwickelte der Rechner bereits eine Molekül-Kombination, die eventuell als Medikament gegen Krebs eingesetzt werden kann. Wenn es klappt, handelt es sich um eine rein datengenerierte Arznei, die das menschliche Hit-and-Hope-Prinzip ablöst. Allerdings stehen jetzt noch zahlreiche Tests bevor, ehe man etwas Genaueres sagen kann.

Eines der auf diese Weise entwickelten Medikamente mit dem Namen BPM 31510 durchläuft immerhin gerade eine Erprobungsphase am Menschen. Nach eigenen Angaben entwickelte Berg Health bereits Arzneimittel gegen einzelne Arten von Krebs, aber auch gegen Parkinson und Alzheimer.


Quelle: wired.co.uk

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.


PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Jetzt einen Kommentar zum Thema schreiben

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht! Pflichtfelder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>