Die Niederbarnimer Eisenbahn in Brandenburg existiert für gewöhnlich außerhalb der ganz großen Schlagzeilen. Nun hat die Eisenbahngesellschaft aber mit einer besonderen Ankündigung für Aufsehen gesorgt: Aktuell wird geprüft, ob auf Strecken in der Schorfheide zukünftig ein Brennstoffzellenzug eingesetzt werden kann.


Die fünf wichtigsten Infos zu dieser Idee:

1. Welche Vorteile besitzt ein Zug mit Brennstoffzelle?

Rund um Berlin sind viele Bahnstrecken noch nicht elektrifiziert. Die Loks werden daher dort mit Diesel angetrieben – was für die Umweltbilanz nicht gerade berauschend ist. Der Brennstoffzellenzug hat hingegen den Vorteil, dass er keine Oberleitung benötigt und dennoch ohne fossile Brennstoffe auskommt.


Copyright: Alstom

2. Wer produziert den Zug?

Der Coradia iLint wird von der französischen Firma Alstom hergestellt. Den Angaben des Unternehmens zufolge handelt es sich um den ersten Niederflur-Personenzug mit Wasserstoffantrieb weltweit. Getestet wurde der Zug bereits auf einer firmeneigenen Teststrecke in Salzgitter. Geplant ist zudem ab Ende dieses Jahres ein Einsatz auf der Strecke Buxtehude–Bremervörde–Bremerhaven–Cuxhaven.

3. Woher stammt die benötigte Energie?

So vorteilhaft Brennstoffzellenzüge auch sind, sie bringen einen Nachteil mit sich: Die Produktion von Wasserstoff ist sehr energieaufwändig. Wird dabei kein Ökostrom genutzt, ist die Umwelt- und Klimabilanz daher eher bescheiden. In Brandenburg ist aus diesem Grund eine Kooperation mit der Firma Enertrag geplant. Diese betreibt zahlreiche Windparks und wird einen Teil des dort produzierten Stroms zur Herstellung von Wasserstoff nutzen. Anschließend wird dieser zunächst gespeichert und dann für den Antrieb der Züge verwendet.

4. Was kostet die Umstellung auf den Brennstoffzellenzug?

Wie so oft bei Pionierprojekten sind die Kosten vergleichsweise hoch: Insgesamt wird mit Investitionen in Höhe von 35 Millionen Euro gerechnet. Mit dem Geld muss unter anderem ein Hybridkraftwerk von Enertrag ausgebaut werden. Aber auch der Zug selbst wird natürlich nicht umsonst in das Berliner Umland geliefert.

5. Welche anderen Verkehrsmittel setzen auf die Brennstoffzelle?

Entsprechende Ansätze gibt es auch in anderen Bereichen. So arbeiten zahlreiche Autohersteller an Fahrzeugen mit Brennstoffzelle. Auch ein Flugzeug mit Wasserstoffantrieb wird aktuell bereits entwickelt. Amazon setzt zudem in einigen Warenlagern auf Gabelstapler mit Brennstoffzelle.

Via: NEB

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1 Kommentar

  1. Gerhard Schmitz

    2. November 2017 at 13:24

    Guten Tag, die Geschwindigkeit des Schienen-Fahrzeugs? Wurde es vergessen? Gesünder wäre in aller Hinsicht
    das Transrapid – System. Nun Fährt es mit Erfolg in China. Habe es dort kennen gelernt. Mit freundlichen Grüßen, Gerhard Schmitz.

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