Armenien ist eine der ärmsten ehemaligen Sowjet-Republiken. Ohnehin ein Binnenstaat, ist das Land zudem in Konflikte mit zwei seiner Nachbarländer verwickelt. Die Türkei und Aserbaidschan haben ihre Grenze nach Armenien geschlossen. Ein Großteil der Exporte des Landes fließt daher über das benachbarte Georgien. Die Basis der Wirtschaft Armeniens liegt in der Nutzung und dem Export von Kupfer, Bauxit, Gold und Molybdän. Der Abbau dieser Metalle bringt allerdings auch Probleme mit sich: Die Umwelt in den entsprechenden Gebieten ist oft schweren Belastungen ausgesetzt. Das „Center for Responsible Mining“ der „American University of Armenia“ will diese Umweltschäden genau erfassen und analysieren.


Armenien Hilfe
Armenien Hilfe Crowdfunding

Dabei geht es nicht nur um kurz- und mittelfristige Belastungen – wie etwa den bei den Arbeiten entstehenden Müll und Dreck. Vielmehr soll vor allem das Eindringen giftiger Metalle und Stoffe in das Ökosystem untersucht werden. Durch unsachgemäßen Abbau der Rohstoffe kann beispielsweise auch das Grundwasser mit Schwermettal belastet werden. Dies hat dann Auswirkungen, die weit über das Ende des Bergbaus hinausgehen. Eine genaue Analyse dieser Belastungen ist notwendig, um eine realistische Einschätzung über die Kosten-Nutzen-Bilanz des Bergbaus vornehmen zu können. Praktisches Beispiel: Der Einbau neuer Filter und Kläranlagen ist für die Minenbetreiber zunächst ein reiner Kostenfaktor – denn der Verkaufspreis der abgebauten Rohstoffe erhöht sich dadurch nicht. Erst wenn man die eingesparten Kosten für die Allgemeinheit – weniger Erkrankungen, weniger Umweltschäden, weniger langfristige Belastungen – mit einberechnet, wird der Einbau auch volkswirtschaftlich sinnvoll.

Geld dient der Anschaffung von Messgeräten

Der armenische Staat ist aber nicht in der Lage, die mehr als 400 Minen des Landes akkurat zu überwachen. Das „Center for Responsible Mining“ möchte diese Lücke füllen und regelmäßig Werte über die Belastungen mit giftigen Stoffen sammeln – sowohl in der Umwelt, als auch bei den in der Umgebung lebenden Menschen. Die bei der Crowdfunding-Aktion eingesammelten Gelder sollen zur Anschaffung entsprechender Messgeräte genutzt werden. Anschließend werden lokale Forscher und Aktivisten mit deren Handhabung vertraut gemacht. Die Hoffnung ist, dass dieses Projekt langfristig die Transparenz in der Bergbau-Industrie erhöht und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit schafft.


Das Ziel  der Initiative ist nicht, die Bergwerke und Minen des Landes zu schließen. Aber die langfristigen Kosten für die Allgemeinheit sollen – durch den Einsatz moderner Technik und ein entsprechendes Bewusstsein der Minenarbeiter und –Konzerne – so niedrig wie möglich gehalten werden. Dazu sollen Gespräche mit allen Beteiligten initiiert werden: Den Konzernen, den Mitarbeitern, den Umweltbewegungen, der Regierung, den Finanzinstitutionen, der Öffentlichkeit und der Zivilgesellschaft. Gemeinsam und mit Hilfe der gemessenen Daten, soll dann an Lösungen gearbeitet werden. Man darf gespannt sein, ob dieser kooperative Ansatz Erfolg bringen wird. Falls ja, könnte er als Blaupause zur Problemlösung auch in Schwellen- und Entwicklungsländern dienen.

Video zum Projekt

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1 Kommentar

  1. bustere

    6. Oktober 2014 at 11:24

    finde die bemühungen unterstützenswert,vorallem wenn die gelder für hygiene,seifen,schutzkleider,frische polsterbezüge usw verwendet werden.

    ansonsten beeindruckt das niemanden dass fabriken die schon so alt sind und noch immer einwandfrei funktionieren plötzlich gefährlich sein sollen.glaube sogar die natur kommt damit hut klar,man braucht nur etwas statt sich mit den hübschen kindern die zeit zu vertreiben genau diese mit handschuhen und rollkarren herumschicken bisschen den industriemüll einsammeln.

    macht spass und kann..wenn die spenden stimmen,auch paar cents bringen.davon profitiert der imbiss mit den süssigkeiten und hotdogs und noch ein erfolgreicher schritt in der volksgesundheit.sport,essen,hygiene.

    soll also auf keinen fall so wirken wie wenn armenien die bundeswehr oder bundesheer bräuchten,die freuen sich über die viele natur und keine deutschen und österreichischen kleinwikser.

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