Der Konflikt zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten hat in den letzten Monaten enorm an Schärfe gewonnen. Von Beginn an wurde die Auseinandersetzung auch in der digitalen Welt geführt. Und damit ist nicht Twitter gemeint, wo Trump seinen nordkoreanischen Widersacher Kim Jong Un immer wieder als „kleinen Raketenmann“ verhöhnt. Vielmehr hat Nordkorea in den vergangenen Jahren eine schlagkräftige Truppe an Hackern aufgebaut. Diese firmiert unter dem Namen „Büro 121“ und nahm zu Beginn vor allem südkoreanische Ziele ins Visier – etwa Banken und öffentliche Behörden. Weltweit Schlagzeilen machte die Truppe als sie die Server von Sony knackten und damit eine Verschiebung des Kinostarts von „The Interview“ erreichten. In dem Film wurde Machthaber Kim Jong Un veralbert.


US-Soldaten werden zunehmend auch für den Cyberwar ausgebildet. Foto: Joint Operations train against cyber war, Georgia National Guard, Flickr, CC BY-SA 2.0

Nordkorea wird für Angriffe auf Bitcoin-Börsen verantwortlich gemacht

Zuletzt hatte die Einheit aber offensichtlich andere Aufgaben. Denn aufgrund der immer schärfer werdenden internationalen Sanktionen, droht dem Regime in Nordkorea das Geld auszugeben. Die Hacker versuchten daher, verschiedene Finanzinstitutionen anzugreifen. So wurde etwa probiert, im System der deutschen Commerzbank einen Virus zu platzieren. Zudem wurden Handelsplätze verschiedener Kryptowährungen angegriffen. Offensichtlich soll versucht werden, mit digitalen Währungen zumindest einigermaßen solvent zu bleiben. Unklar ist noch, wie erfolgreich die verschiedenen Aktionen tatsächlich waren. Interessant allerdings: Die Vereinigten Staaten haben die Versuche, die Sanktionen zu umgehen, nicht einfach hingenommen, sondern zum digitalen Gegenschlag ausgeholt.

Die Zerstörung von Infrastruktur war nicht das Ziel

Wie die Washington Post berichtet, hat das Cyber Command der US-Armee eine ganze Reihe von Denial-of-Service-Attacken gegen den nordamerikanischen Geheimdienst durchgeführt. Durch die massive Bündelung von Anfragen an die entsprechenden Server soll so der Internetzugang der Hacker lahmgelegt worden sein. Den fehlenden Zugriff auf das Internet hatte die Elitetruppe mit dem Großteil der nordkoreanischen Bevölkerung gemeinsam: Nordkorea schottet seine Einwohner im Normalfall hermetisch vom weltweiten Internetangebot ab. Die Attacke der Cybersoldaten aus den Vereinigten Staaten fiel allerdings noch vergleichsweise moderat aus. So wurde darauf verzichtet, Infrastruktur dauerhaft zu zerstören und die Aktion am vergangenen Wochenende planmäßig wieder beendet. Dennoch sehen viele Experten solche digitalen Attacken sehr kritisch: Anders als gewöhnliche Militärmaßnahmen unterliegen sie nämlich nur einer rudimentären Kontrolle durch die gewählten Volksvertreter.


Via: Washington Post

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