Die Deutschen lieben ihr Bargeld. In kaum einer anderen Industrienation ist der Anteil der bargeldlosen Zahlvorgänge so niedrig wie in Deutschland. Als kürzlich der Wirtschaftsweise Peter Bofinger die Abschaffung des Bargelds vorschlug, stieß er auf entsprechend große Skepsis. Anders sieht die Situation in Skandinavien aus. Dort werden schon heute nur noch gut fünf Prozent der Zahlungen mit Scheinen und Münzen vorgenommen. Alle anderen Rechnungen werden per Karte oder per mobilem Bezahlen beglichen. Die dänische Regierung hat nun einen Plan vorgelegt, nachdem dänische Geschäfte schon ab 2016 komplett auf Bargeld verzichten könnten.


Pulse Wallet - Bezahlen mit der Hand
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Bargeld verursacht Kosten und erleichtert die Kriminalität

Bisher nämlich gibt es in Dänemark – ähnlich wie auch in Deutschland – die Pflicht, die Banknoten der Zentralbank zu akzeptieren. Die Produktion und die Verteilung des Bargelds kosten den Staat allerdings jährlich erhebliche Summen, so dass eine Komplettumstellung auf bargeldlose Zahlungen Kosteneinsparungen zur Folge hätte. Außerdem würden Steuerhinterziehungen und Geldwäsche enorm erschwert, wenn sämtliche Transaktionen digital nachvollziehen zu wären. Ganz abschaffen möchte man das Bargeld allerdings auch in Dänemark noch nicht: Krankenhäuser, Apotheken und ähnliche Einrichtungen sollen auch weiterhin verpflichtet sein, Bargeld zu akzeptieren. Generell sei das bargeldlose Bezahlen aber „nicht länger eine Illusion, sondern eine Vision, die sich innerhalb eines nachvollziehbaren Zeitrahmens umsetzen lässt“, erklärt Michael Busk-Jepsen vom dänischen Bankenverband gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN.

Dänemark hat Geldpolitik selbst in der Hand

Bargeldloses Bezahlen ist allerdings nur dann eine Alternative, wenn es ähnlich unkompliziert und allgemein akzeptiert ist wie Bargeld. Während in Deutschland beispielsweise nur wenige Geschäfte Zahlungen mit dem Smartphone akzeptieren, ist dies in Dänemark ganz anders. Dort werden Zahlungen mit der MobilePay App in fast allen Geschäften angenommen. Dementsprechend weit ist die App auch verbreitet: Rund 40 Prozent der Dänen nutzen sie, um Zahlungen anzuweisen. Dänemark ist nicht Teil der Eurozone und kann daher – anders als Deutschland – selbstständig über eine mögliche Abschaffung des Euros entscheiden.


Via: Digitaltrends

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