Hierzulande wird noch darüber diskutiert, welche Rolle die Kohle zukünftig im Energiemix spielen soll. In Großbritannien hingegen hat man längst Nägel mit Köpfen gemacht: Vor rund zwei Jahren schloss die letzte Kohlemine des Landes und bis zum Jahr 2025 ist die Abschaltung aller Kohlekraftwerke geplant. Bereits jetzt wirkt sich dies enorm positiv auf die Klimabilanz des Landes aus. Denn die Kraftwerksbetreiber beginnen frühzeitig, auf alternative Formen der Stromerzeugung umzustellen. Daher sank die Nutzung von Kohlekraftwerken im vergangenen Jahr um stolze 52 Prozent. Als Alternativen etablierten sich stattdessen Öl- und Gaskraftwerke, aber auch die Windkraft. Diese ist insbesondere in Schottland in den letzten Jahren massiv ausgebaut worden.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Regierung hat einen Mindestpreis für CO2-Emissionen festgelegt

Neben dem Kohleausstieg hat zudem noch eine weitere Maßnahme der britischen Regierung zur Reduzierung der Klimaemissionen beigetragen: Sie hat einen Mindestpreis für jede abgegebene Tonne CO2 festgelegt. Eigentlich sollt ein europaweites Handelssystem für CO2-Zertifikate dafür sorgen, dass die Kraftwerksbetreiber einen Anreiz erhalten, ihre CO2-Emissionen zu senken. Faktisch liegt der Preis für die Zertifikate aber deutlich zu niedrig, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Über eine Reform des CO2-Handels konnte bisher aber europaweit keine Einigung erzielt werden. Großbritannien wollte so lange nicht warten und führte im eigenen Land einen Sockelbetrag von rund zwanzig Euro ein. Dieser muss von den Kraftwerksbetreibern für jede emittierte Tonne CO2 gezahlt werden.

Großbritanniens Emissionen sinken auch langfristig

Zusammen mit den Kosten für die europäischen CO2-Zertifikate, die bei etwa fünf bis sechs Euro liegen, ergibt sich also durchaus ein finanzieller Anreiz, die eigenen Klimaemissionen signifikant zu reduzieren. Auch langfristig gesehen, gehört Großbritannien zu den Vorbildern in Sachen Kampf gegen den Klimawandel in Europa: Seit dem Referenzjahr 1990 wurden die Klimaemissionen um 36 Prozent gesenkt. Zuletzt waren die CO2-Emissionen des Landes so niedrig wie zuletzt in den 1920er Jahren, als lang andauernde Generalstreiks die Wirtschaft des Landes lahm legten. In einigen Bereichen gibt es aber auch in Großbritannien noch einiges zu tun: So hinkt das Land im Bereich der Energieeffizienz von Gebäuden den eigenen Vorgaben hinterher.


Via: Carbon Brief

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