Jeder hat wahrscheinlich schon Videos von McDonald’s Burgern gesehen, die auch nach Jahren noch aussehen, wie eben gekauft. Für viele ist das der Beweis, dass das Essen nicht echt sein kann und nur ein künstlich zusammengezimmertes Ersatzprodukt ist.


Bild: McDonalds Flashmob via McDonalds
Bild: McDonalds Flashmob via McDonalds

Ein Küchenchef klärt auf

Doch kann man das wirklich einfach so sagen? J. Kenji López-Alt hat einen Versuch gestartet, um dem ganzen auf den Grund zu gehen. Durch langjährige Erfahrung als Küchenchef hat er fünf Hypothesen aufgestellt, woran es liegen könnte, dass die Fastfood-Burger einfach nicht verrotten wollen: Zusätze im Fleisch oder Brötchen, die diesen Prozess verhindern, hoher Salzgehalt im Fleisch, geringer Feuchtigkeitsgehalt, der Burger kam nie mit Schimmelsporen in Kontakt oder wurde unter Luftausschluss hergestellt.

Dass der Burger im Vakuum oder unter Schutzgas gebraten wurde, lässt sich ausschließen. Ebenso das Nichtvorhandensein von Schimmelsporen, diese sind einfach immer und überall anzutreffen. Laut Zutatenliste von McDonald’s unterscheiden sich die Brötchen kaum von den gewöhnlichen im Laden und das Fleisch kommt zu 100 % vom Rind. Damit lassen sich auch die Zusätze ausschließen, die das Verrotten verhindern könnten.


Die Feuchtigkeit macht’s

Um den Grund zu finden, hat Kenji López-Alt neun verschiedene Burger hergestellt. Dabei kombinierte er McDonald’s Brötchen und Fleisch mit selbstgemachten. Ebenso variierte er den Salzgehalt sowie die Art und Weise der Verpackung. Die Burger wurden an der Luft gelagert und kamen nie in direktem Kontakt mit Kenji López-Alt.

Der entscheidende Faktor scheint der Feuchtigkeitsgehalt zu sein. Die Burger verloren rasch einen Teil Ihres Gewichts, da sie an der Luft austrockneten. Ohne Feuchtigkeit können die Schimmelpilze nicht wachsen und der Burger nicht verrotten. Die Patties von McDonald’s sind sehr dünn, bieten damit eine sehr hohe Oberfläche, was zum raschen Austrocknen führt.

Die Tatsache, ob ein Burger verrottet oder nicht, hat damit nichts damit zu tun, dass es sich um einen künstlichen Burger handelt, den nicht einmal der Schimmelpilz will. Entscheidend ist allein der Feuchtigkeitsgehalt, der durch die Dicke des Patties, Zutaten wie Käse und Tomaten und auch die Verpackung beeinflusst wird. Auch bei den Burgern die seit Jahren in Gläsern lagern und neu aussehen, ist nicht klar, wie genau diese gelagert wurden.

Wenn man also einen Kreuzzug gegen Fastfood führen möchte, sollte man sich an die Fakten halten, die sich einem bieten. So enthalten die Produkte zu viel Zucker, Fett, Salz und Natrium und tragen keinesfalls zu einer gesunden Ernährung bei – es sind allerdings auch keine Produkte aus der Albtraumküche.

Quelle: iflscience

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