Die meisten Zuschauer sind von zu viel Werbung sehr schnell genervt. Viele Unternehmen versuchen ihre Produkte daher inzwischen auf subtile Art und Weise zu bewerben – etwa durch scheinbar zufällige Produktplatzierungen in beliebten Filmen und Serien. Im Kino und im Fernsehen muss aber bereits seit einiger Zeit explizit auf diese Form der Werbung hingewiesen werden. Anders sah dies bisher bei Bewegtbildern im Internet aus. Hier fehlte eine klare gesetzliche Grundlage. Insbesondere populäre Stars auf Youtube nutzten dies, um teilweise enorme Summen durch Schleichwerbung und Produktplatzierungen zu verdienen. Das Europäische Parlament will die Regelungslücke nun aber schließen: Zukünftig sollen auch Youtuber auf gesponserte Inhalte hinweisen müssen.


Screenshot der Youtube Startseite

Werbung für Zigaretten und Alkohol soll komplett untersagt werden

Daher hat der Kulturausschuss des Europäischen Parlaments eine entsprechende Änderung der EU-Richtlinie zu audiovisuellen Mediendiensten beschlossen. Außerdem soll auch inhaltlich in die Auswahl der Werbepartner eingegriffen werden. Weil sich Internetvideos vornehmlich an junge Zuschauer richten, ist vorgesehen, Werbung für Zigaretten und Alkohol komplett zu verbieten. Davon wären dann allerdings nicht nur die Youtuber betroffen, sondern beispielsweise auch Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime Video. Diese Regelung würde zudem deutlich über die Vorschriften für klassische Fernsehsender hinausgehen. Die Streaminganbieter müssen zudem noch mit einer weiteren Neuerung rechnen: Der Beschluss des Kulturausschusses sieht vor, dass zukünftig 30 Prozent der Inhalte aus der Europäischen Union stammen müssen.


Die Mitgliedsstaaten müssen noch ihre Zustimmung geben

Damit soll das Kulturgut Film in Europa gefördert werden. Die Anbieter würden zudem gezwungen, sich an der europäischen Filmförderung zu beteiligen. Zuletzt hatten die Streamingdienste aber ohnehin verstärkt auf lokal gedrehte Inhalte gesetzt. So produzierte Amazon in Eigenregie die Serie „You are wanted“ von und mit Matthias Schweighöfer. Zunächst muss nun allerdings noch das gesamte europäische Parlament den Vorschlägen des Kulturausschusses zustimmen. Dies gilt aber als sicher. Anschließend muss die Gesetzesinitiative dann noch mit den zuständigen Ministern der Mitgliedsstaaten abgestimmt werden. Gut möglich, dass es dabei noch zu einigen Änderungen und Kompromissen kommt.

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