Wenn man es positiv formulieren möchte, kann man sagen, dass sich Europa in Sachen Recyclingquote zumindest auf dem richtigen Weg befindet. So werden aktuell immerhin 44 Prozent der Hausabfälle wiederverwendet – womit der Wert rund 13 Prozentpunkte höher liegt als vor zehn Jahren. Dem europäischen Parlament reicht das aber noch nicht. Die Parlamentarier haben daher nun beschlossen, den Anteil des recycelten Hausmülls bis zum Jahr 2030 auf mindestens siebzig Prozent zu steigern. Unbehandelt auf der Müllkippe sollen dann nur noch fünf Prozent der Abfälle landen. Diese Regelung schont dabei nicht nur die Umwelt, sondern hilft auch dem Kima. Denn Müllkippen sondern erhebliche Mengen an Klimagasen ab und treiben so den Klimawandel voran.


Recycling Water Bottles, MrTinDC, Flickr, CC BY-SA 2.0

Teilweise landen noch mehr als Dreiviertel des Hausmülls auf der Deponie

Bis es allerdings tatsächlich zu einer Neuregelung des sogenannten Kreislaufwirtschaftspakets kommt, sind noch einige Verhandlungen notwendig. Denn das Europaparlament kann Gesetze nicht im Alleingang beschließen, sondern muss sich mit dem zuständigen Ministerrat einig werden. Es bleibt daher abzuwarten, ob es einzelnen Ländern noch gelingen wird, die ambitionierten Recyclingvorgaben zu reduzieren. Denn die Situation in den einzelnen Mitgliedsstaaten ist sehr unterschiedlich. So lagern Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, die Niederlande und Schweden so gut wie gar keinen Hausmüll mehr auf Deponien. Deutschland setzt dafür vergleichsweise stark auf die Müllverbrennung, was auch kein klassisches Recycling darstellt. Länder wie Zypern, Kroatien, Griechenland, Lettland und Malta hingegen bringen Dreiviertel und mehr ihrer Haushaltsabfälle auf Müllkippen.

Der Einsatz von Bio-Plastik ist stark umstritten

Der Vorschlag des Europaparlaments sieht dabei vor, dass bei Verpackungsmaterialien – namentlich Papier, Pappe, Plastik, Glas, Metall und Holz – 2030 bereits eine Recyclingquote von achtzig Prozent erreicht werden soll. Bei anderem Hausmüll würde dann dementsprechend eine niedrigere Quote gelten, sodass insgesamt zumindest ein Wert von siebzig Prozent erreicht wird. Umweltschützer begrüßten die Initiative grundsätzlich, kritisierten aber, dass auch Materialien wie Bio-Plastik gefördert werden sollen. Diese sind hochumstritten, weil ein positiver Effekt auf die Umwelt bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Der Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss bringt zudem einen weiteren Aspekt ins Spiel: Er fordert, dass mehr Produkte so designt werden sollen, dass sie im Schadensfall problemlos repariert werden können.


Via: Europäisches Parlament

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