Wie jedes Jahr im Oktober hat das Marktforschungsinstitut auch dieses Jahr die Technik-Branche beobachtet, analysiert und die heißesten Tech-Trends 2016 prognostiziert. Die Analysten konzentrierten sich dabei auf strategische Trends, also Entwicklungen mit disruptivem Potential, die tief greifende Veränderungen in Unternehmen und Organisationen notwendig machen oder selbst herbeiführen. Bis 2020, so schätzt Gartner, werden die Technologien in der Liste ihre volle Wirkung entfalten können. In der Liste für das kommende Jahr findet sich von Internet-Technologien bis hin zu 3D-Druckern eine breite Vielfalt an Technologien.


Earth Internet
Bild: frankieleon, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Trends von morgen in der Technologie von heute

Es ist kaum verwunderlich, dass viele der von Gartner ausgewählten Technologien mit dem Internet zu tun haben. Vorne mit dabei ist das Internet der Dinge. Neue Plattformen für diese Substruktur im Internet werden die übergreifende Steuerung und Sicherung verschiedener IoT-Anwendungen ermöglichen und sind elementar für jede unternehmerische IoT-Strategie. Die größte Herausforderung ist dabei für Gartner die Standardisierung: Die verschiedenen Ansätze der unterschiedlichen Hersteller wird bis 2018 problematisch für den IoT-Sektor bleiben.

Eine wesentliche Entwicklung im Bereich Internet ist auch das sogenannte Device Mesh, also das Netz an mobilen Endgeräten. Mobiles Internet begleitet uns, egal wohin wir gehen. Laut Gartner müssen Unternehmen sich mehr auf diese Art des Netzes einstellen, die den mobilen Nutzer quasi stetig umgibt. Relevant ist dabei vor allem die Vernetzung der Endgeräte untereinander.


In diesen Bereich geht auch die neue Form der Nutzererfahrung hinein. Der Wechsel zwischen verschiedenen Endgeräten und nicht zuletzt auch zwischen der virtuellen und realen Umgebung wird immer fließender. Diese sogenannte „Ambient User Experience“ findet ihren Niederschlag beispielsweise im Bereich Augmented und Virtual Reality. Es ist unabdingbar für Unternehmen, diese Entwicklung beim Entwerfen von neuen Apps im Auge zu haben.

Darüber hinaus wird es von steigender Bedeutung sein, die Flut an auf den Nutzer einstürzenden Informationen zu ordnen und aufzubereiten. Neben Informationen in Text- Audio- und Videoformaten werden auch kontextbasierte Daten und die Daten von Sensoren immer wichtiger. Das aus allen Richtungen auf uns einstürzende Informationsangebot bezeichnet Gartner als “Information of Everything”. Unternehmen sollten sich bereits jetzt Gedanken darüber machen, mit welcher Art von Tools und Anwendungen sie diese Informationsflut verarbeitet werden können.

Die Zukunft kommt schleichend

Als wesentlich herausstellen wird sich in Zukunft auch die Fähigkeit von künstlichen Systemen, Wissen zu generieren, also aus neuen Informationen allgemeine Kenntnisse abzuleiten, die sie dann auf zukünftige Situationen anwenden können. Zukünftig wird diese Vorgang dank des sogenannten “Deep Learning” auch ohne menschliche Hilfe stattfinden können. Die Strukturen hinter solchen Lernvorgängen werden als “Deep Neural Networks” bezeichnet und erlauben künstlichen Systemen, ihre Umgebung eigenständig wahrzunehmen.

Diese Fortschritte wirken sich unter anderem auch direkt auf virtuelle Assistenten wie Microsofts Cortana, Google Now oder Apples Siri aus. Diese werden in Zukunft noch besser darin werden, Situationen zu erkennen und daraus individuelle Bedürfnisse des Nutzers abzuleiten. *“Statt mit Menüs, Formularen und Buttons zu interagieren, spricht der Nutzer mit der App. In den nächsten fünf Jahren werden wir in die Post-App-Phase eintreten, in der uns intelligente Assistenten kontextuelle Informationen und Handlungsmöglichkeiten vermitteln*”, so Gartner.

Die sich rapide weiterentwickelnde Datenverarbeitung, die auch bereits angesprochen wurde, stellt die existierenden Systeme hardwaretechnisch vor enorme Herausforderungen. Diesen Herausforderungen muss laut Gartner mit neuen, fortschrittlicheren Systemarchitekturen begegnet werden. Dies sei zwingend erforderlich, damit die Unternehmen die Vorteile der neuen Technologien auch an den Nutzer weitergeben können. Von großer Bedeutung werden dabei neuromorphe Computersysteme sein, die ähnlich wie das menschliche Gehirn arbeiten. Außerdem spricht Gartner auch sogenannten flexibel programmierbaren Schaltkreisen (FPGAs) große Wichtigkeit zu.

3D-Drucker und Sicherheitssysteme

Während die bisher genannten Trends alle auf die ein oder andere Art und Weise ineinandergreifen, hat Gartner auch noch zwei Trends identifiziert, die ein wenig für sich stehen. Da sind zum einen neue Materialien im 3D-Druck. Die Technologie der 3D-Drucker befand sich im letzten Jahr schon in der Liste der von Gartner definierten Technik-Trends, aber nun wird es etwas konkreter, denn es geht direkt um die verwendeten Materialien. Die immer breiter werdende Palette an Materialien wie etwa Karbon, Glas, Textilfasern und sogar biologisches Material mache die Adaption von 3D-Druckern noch einfacher und dehne ihren Einsatzbereich auf eine Vielzahl von Branchen aus. Unternehmen müssen diese Entwicklung erkennen und den 3D-Druck vermehrt in Fertigungsprozesse integrieren.

Zum anderen gibt es eine zunehmenden Bedrohung durch Cyber-Kriminalität, der laut Gartner mit neuen, adaptiven Sicherheitssystemen begegnet werden muss. Besonders Clouds und offene APIs seien bedroht, so das Marktforschungsinstitut. Dies konstituiere eine Pflicht an die IT-Unternehmen, tätig zu werden und frühzeitig auf Bedrohungen reagieren zu können. In diesem Zusammenhang werden Apps mit integrierten Schutzmechanismen immer wichtiger. Neue Analysenerfahren sollen Bedrohungen früher erkennen. Und am Ende kommt ein adaptives System zum Einsatz, das auf Bedrohungen individuell reagieren kann.

via Gartner

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1 Kommentar

  1. ITler

    11. Oktober 2015 at 19:12

    Sehr guter Artikel, zeigt sich wieder das der Industrie schon seit einiger Zeit die Ideen ausgegangen sind.
    Die Themen 2016 könnten auch 2014 oder 2015 ein.

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