Defibrillator-Drohne ist viermal schneller als ein Rettungswagen

Im Fall eines Herzstillstands kommt es darauf an, dem Patienten möglichst schnell zu helfen. Außerhalb eines Krankenhauses liegt die Überlebensrate daher bisher nur bei rund zehn Prozent. Durch den zeitnahen Einsatz eines Defibillators können also Menschenleben gerettet werden. In vielen öffentlichen Gebäuden und Sportstätten hängen daher inzwischen entsprechende Geräte an der Wand. Oftmals muss aber auch auf den Notarzt gewartet werden, der den Defibrillator mitbringt. Dabei geht wertvolle Zeit verloren. Das schwedische Startup FlyPulse hat daher eine Notfalldrohne entwickelt, die im Notfall das benötigte Equipment schnell an den Ort des Geschehens liefern soll. In einer Studie wurde nun nachgewiesen, dass dadurch tatsächlich signifikant Zeit gespart werden kann.

Foto: FlyPulse

Die Drohne brauchte nur wenige Minuten zum Einsatzort

Dazu wurden insgesamt 18 Teststrecken mit einer Mediandistanz von 3,2 Kilometern ausgewählt. Auf diesen wurde jeweils die Drohne und zum Vergleich ein Notarztwagen losgeschickt. Das Ergebnis sprach klar für den Einsatz der Drohne: Im Median benötigte sie lediglich 5 Minuten und 21 Sekunden, um den Defibrillator ans Ziel zu bringen. Der Rettungswagen hingegen kam auf einen Wert von 22 Minuten. Der Versuch wurde so konzipiert, dass die Drohne nach dem Notruf automatisch gestartet wurde und dann autonom zum Ziel flog. Die dafür benötigten Koordinaten können über das Smartphone des Anrufers ermittelt werden. Lieferungen ins Gebäudeinnere sind so aber nur schwer möglich.

Ein Rettungswagen muss immer ausrücken

Außerdem wurde lediglich die Dauer des Flugs untersucht. Nicht mit einbezogen wurde die Tatsache, dass im Rettungswagen auch medizinisches Fachpersonal mitfährt. Zumindest theoretisch ist es denkbar, dass sich die Überlebensrate verbessert, wenn der Defibrillator nicht von zufällig anwesenden Passanten, sondern von einem ausgebildeten Arzt bedient wird. Dies wurde aber noch nicht wissenschaftlich untersucht. Klar ist aber, dass auch die Drohne die Fahrt des Rettungswagens nicht komplett ersetzen kann. Vielmehr handelt es sich um eine Ergänzung, die die Erstversorgung durch Laien verbessern soll – bevor dann Fachkräfte die weitere Behandlung übernehmen. Bevor die Defi-Drohne aber in der Praxis zum Einsatz kommen kann, müssen noch einige gesetzliche Voraussetzungen geschaffen werden.

Via: New Atlas