Wenn ein armer Farmer in Uganda die Option hat, die Bäume auf seinem Grundstück abzuholzen und zu verkaufen, um die Schulbildung seiner Kinder zu bezahlen, dann wird er dies aus verständlichen Gründen tun. Oftmals geht es bei der fortschreitenden Abholzung exakt um solche existentiellen Bedürfnisse, doch mit einer Ausgleichszahlung lässt sich der Baumtod verhindern.


Der Wald gehört zu den wichtigsten Lebensräumen für Tiere und Pflanzen, die unsere Erde zu bieten hat.

Die Landwirte von Uganda schonen ihre Bäume gegen Bezahlung

Der Bauer legt schließlich nicht aus Spaß die Axt an den Baum, man kann sogar voraussetzen, dass er seinen Baumbestand im Grunde behalten möchte. Wenn er Geld dafür bekäme, die Bäume einfach stehenzulassen, dann wäre das Problem gelöst: Von diesem Ansatz geht zumindest die Bewegung »Payments for Ecosystem Services« (PES) aus. Natürlich könnte man auch mutmaßen, dass hauptsächlich diejenigen Farmer die Bezahlung annehmen, die ohnehin keine Bäume zu fällen planen. Oder, dass die Parzelleninhaber auf benachbarte Grundstücke ausweichen, und damit das PES-Geld einstreichen, aber trotzdem abholzen. In einer zweijährigen Studie wurde jüngst zum Glück das Gegenteil bewiesen: Die Landwirte von Uganda, alle zusammen Herren über gewaltige Waldgebiete, nehmen das Programm tatsächlich an und schonen ihre Bäume gegen Bezahlung.

Das PES-Projekt läuft auch in vielen anderen Ländern der Erde

Die PES macht sich in Uganda also wirklich bezahlt, so es wurde letzten Donnerstag in der Zeitschrift »Science« bekanntgegeben. Der Entwicklungs-Ökonom Seema Jayachandran führte mit einigen seiner Kollegen folgende Untersuchung durch: Sie wählten 120 Dörfer aus, von denen eine Hälfte nach PES-Prinzipien bezahlt wurde – und die andere nicht. Während der folgenden zwei Jahre behielten Sie den Baumbestand durch örtliche Begehungen aber auch mittels Satellitenüberwachung im Auge. Zum Ende der regelmäßigen Zahlungen hatten die Zahlungsempfänger 4 % der Bäume abgeholzt, die Nicht-Bezahlten aber ganze 9%. Der Umweltschutz gewinnt eben erst dann an Bedeutung, wenn die wichtigsten persönlichen Bedürfnisse erfüllt sind. Da das PES-Projekt auch in anderen Ländern wie Costa Rica und Mexiko läuft, gibt dieses Ergebnis Anlass zu Hoffnung.


Das investierte Geld zahlt sich außerdem nicht »nur« in gerettetem natürlichen Lebensraum für Tiere und Pflanzen aus, sondern auch in einer niedrigeren CO2-Emission. Setzt man das Projekt mit anderen Maßnahmen für den Klimaschutz gleich, so bringen 200 eingesetzte Euros 500 Euro Profit. Doch dies ist nur eine hypothetische Rechnung, schließlich geht es um sehr viel mehr als Geld!

Quelle: popsci.com

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