Wie ein Komet aussieht, hat jeder schon im Kino betrachten können. Ein öder Klumpen Gestein der durchs Vakuum rast. Doch wie riecht so ein Komet eigentlich? Seit August sammelt ROSINA (Rosetta Orbiter Sensor for Ion and Neutral Analysis) Geruchsproben vom Churyumov-Gerasimenko-Kometen – und der Duft könnte deutlich angenehmer ausfallen.


Kometenlandung 2014: Europäer auf Armageddon-Spuren (Foto: ESA)
Kometenlandung 2014: Europäer auf Armageddon-Spuren (Foto: ESA)

Die Zutaten des Grauens

Dank der zwei Massenspektrometer, die ROSINA zur Verfügung hat, ist es möglich, das Parfum zu entschlüsseln, das den Kometen umgibt. Dabei kommen Substanzen zu Tage, die man lieber nicht an seinem Partner riechen möchte (wer vor hat Chemie zu studieren, der sollte sich klar machen, dass diese Gerüche einen jahrelang verfolgen werden). So ergibt sich unvergleichliches Aroma aus faulen Eiern (Schwefelwasserstoff), dem penetranten beißendem Geruch von Ammoniak und Formaldehyd und dem bitteren mandelartigen Geruch von Blausäure (Zyankali). Dazu kommt eine leichte alkoholische Note vom Methanol, etwas Säuerliches vom Schwefeldioxid und zu guter Letzt ein süßlicher Zusatz vom Kohlenstoffdisulfid. Das ganze riecht dabei nicht nur, wie die biblische Hölle, es ist obendrein auch noch tödlich.

Auch Kometen finden sich attraktiv

Die Dichte dieser ganzen Moleküle ist dabei sehr gering, so dass der Großteil der Atmosphäre aus Sprudelwasser besteht (Wasser und Kohlenstoffdioxid). Alles in allem keine attraktive Mischung, für die Wissenschaft aber äußerst interessant. So könnten die Daten dazu beitragen, den Ursprung des Sonnensystems, unserer Erde und des Lebens aufzuklären. Laut Kathrin Altwegg vom CSH scheint es weiterhin so, als hätte der Komet Churyumov den Kometen Gerasimenko angezogen, um den Doppelkometen zu bilden. Die Kometen scheinen also ihre ganz eigenen Vorlieben zu haben.


Erstaunlich ist dabei weiterhin, dass überhaupt eine derart große Anzahl von Molekülen detektiert werden konnte und auch weiterhin wird. So nahm man an, dass ab einer Distanz von drei astronomischen Einheiten (450 Millionen Kilometer) die leicht flüchtigen Substanzen wie Kohlenstoffdioxid verschwinden würden. Die Ergebnisse dieser Experimente können anschließend mit bereits vorliegenden Daten anderer Kometen verglichen werden, um herauszufinden, ob es Unterschiede gibt, zwischen näheren und weiter entfernten Kometen gibt.

Damit könnte der außergewöhnliche Geruch der Kometen dazu beitragen, unser Sonnensystem und deren Herkunft besser zu verstehen, was eventuell auch neues Licht auf unsere Herkunft werfen könnte.

Geheimnisse des Weltalls: Kometen und Meteore


Quelle: Sciencedayli

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